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| Jack the Ripper |
| - From Hell - |
Am 10.September kam es zum vorläufigen Höhepunkt der Hysterie, als Flugblätter und Zeitungen die Festnahme
der Lederschürze meldeten. Der 33-jährige polnische Jude John Pizer, vom Beruf Schuhmacher, wurde von Detective Sergeant
William Thicke verhaftet. Bei der Durchsuchung seines Zimmers wurden 5 große scharfe Messer sichergestellt.
Pizer selbst war in der Gegend als "Lederschürze" bekannt und wurde von den Kindern in der Nachbarschaft - wegen seiner hässlichen Erscheinung
und seinem plattfüßigen Gang - aufgezogen. Bei der Befragung, unter der Leitung von Coroner Baxter, stellt sich allerdings heraus,
das Pizer ein wasserdichtes Alibi für die Tatzeit vorweisen konnte. Sein Bruder hatte ihm aufgrund der Lederschürzenhysterie
geraten, die nächsten Tage in seinem Zimmer zu verbringen. So war er von Donnerstag, dem 6. bis zu seiner Verhaftung
am Montag, dem 10.September gegen 9 Uhr, entlastet. Außerdem konnte keine der Frauen, die angeblich von einem Mann mit
Lederschürze angesprochen worden waren, John Pizer als denjenigen erkennen. Pizer verblieb, aus Angst vor Lynchjustiz, freiwillig weitere 24 Stunden in Haft. Später verklagte er erfolgreich die Zeitungen auf Schadensersatz.
Schlimmer erging es dem jüdischen Schlachter Jacobs. George A.Lusk
Er wurde von einer wütenden Menge durch Whitechapel gejagt und konnte sich schließlich in eine Polizeiwache retten. Hierbei verlor er den Verstand und musste in eine psychiatrische
Anstalt eingeliefert werden. Eine Woche nach dem gewaltsamen Tod Annie Chapmans, stellten Geschäftsleute - unter der Leitung des Bauunternehmers George Akin
Lusk - eine Bürgerwehr auf. Sie forderten zunächst mehr Polizeipräsenz und mehr Gaslaternen. Von nun an patrouillierten zwischen 2 und 5 Uhr nachts ein Dutzend Arbeitslose, die durch
Spenden bezahlt wurden, durch die Straßen von Whitechapel. Am 17.September erhielt die Metropolitan Police den ersten der mit "Jack the Ripper" unterschriebenen Briefe:
"Lieber Boss, nun sagen sie also ich bin ein Jud wann werden sie es lernen lieber alter Boss ? Du und ich kennen die Wahrheit nicht wahr. Lusk kann mich
solange suchen wie er will er wird mich nicht finden aber ich bin direkt vor seiner Nase und lach mich kaputt ha-ha. Ich liebe meine Arbeit und höre damit nicht auf bis
ihr mich kriegt und eben dann nehmt euch in Acht vor eurem alten Kumpel Jacky. Kriegt mich wenn ihr könnt. Jack the Ripper"
Foto des Briefes siehe hier
Weitere hunderte Briefe von Trittbrettfahrern und Wichtigtuern sollten in den nächsten Monaten folgen.
Am 27.September schickte der Ripper
seinen zweiten Brief an die Central News Agency (deut.: Zentrale Nachrichtenagentur)."Lieber Boss, ich höre dauernd die Polizei habe mich gefangen. aber sie wird
mich jetzt noch nicht fassen. Ich habe gelacht als sie so schlau aussahen und erklärten sie seien auf der richtigen Spur. Dieser Witz wegen der Lederschürze erzeugte bei mir einen Lachkrampf.
Ich bin auf Huren heruntergekommen und werde nicht aufhören sie aufzuschlitzen bis ich ihr mich kriegt. Großartige Arbeit war die letzte Sache. Ich gabe der Dame keine Zeit zu petzen.
Wie können sie mich da schnappen. Ich liebe meine Arbeit und will damit wieder beginnen. sie werden bald von mir mit meinen lustigen kleinen Spielchen hören. Ich hatte mir während meiner letzten Arbeit
etwas von dem richtigen roten Zeug in einer Bierflasche aufgehoben um damit zu schreiben aber es wurde dick wie Leim und ich konnte es nicht benutzen. Rote Tinte ist passend genug hoffe ich ha-ha. Bei der nächsten
Arbeit die ich mache werde ich der Dame die Ohren abschneiden und schicke sie zum Spass an die Polizeibeamten würden sie das nicht auch machen. Halten sie diesen Brief zurück bis ich ein bisschen mehr gearbeitet
habe. Dann geben sie ihn gleich heraus. Meine Messer sind so schön und scharf das ich bei der nächsten Möglichkeit gleich wieder an die Arbeit gehen werde. Viel Glück ! ihr ergebener Jack the Ripper"
War nicht meine Absicht den Firmennamen anzugeben. Konnte dies nicht eher verschicken bevor ich die ganze rote Farbe von meinen Händen entfernt habe Verdammt. Jedoch kein Glück. Jetzt sagen sie ich wäre ein Arzt
ha-ha" Fotos des Briefes siehe
hier Belustigt über die Hilflosigkeit der Polizei, schickte der Mörder am 29.September den nächsten Brief, der einen
Poststempel aus Liverpool trug und folgendes Schreiben enthielt:"Hütet euch, ich werde am ersten und zweiten um 12 Uhr Mitternacht
in den Minories (Straße vom Tower nordwärts verlaufend. Anmerk. des Autors) am Werk sein, und ich gebe den Behörden eine
gute Chance, aber nie ist ein Polizist in der Nähe wenn ich an der Arbeit bin."
Am Sonntag, den 30.September, kehrte der Händler Louis Diemschutz Berner Street gegen 1 Uhr mit seinem Pferdekarren von dem
Kristallpalast in Sydenham zurück. Diemschutz war nebenbei Verwalter des dreistöckigen Gebäudes des internationalen Arbeiterbildungsvereins in der Berner Street 40.
Hier trafen sich russische, polnische und deutsche Juden, die als Opfer antisemitischer Verfolgungen nach Ostlondon immigriert waren.
Er wunderte sich, dass das hölzerne Doppeltor um diese Zeit noch offen stand. Als Diemschutz es mit seinem Karren durchfuhr, scheute das Pferd nach
links aus. Als Grund hierfür sah er einen auf dem Boden liegenden Haufen, den er zunächst für Unrat hielt. Als Diemschutz vom Bock
herabstieg und einen Streichholz anzündete, erkannte er jedoch im flackernden Licht die reglose Gestalt einer Frau. Aufgelöst rannte
er in das Gebäude um eine Kerze zu holen und kehrte dann mit einem Freund zurück. Beide sahen im strömenden Regen, dass die Kehle der
Frau durchtrennt war und immer noch Blut aus der Wunde sickerte.
Bei der späteren Leichenschau kam der Coroner zu der Feststellung,
das Louis Diemschutz scheinbar den Ripper bei seiner Arbeit gestört hatte. William Smith
Police Constable William Smith kam wenig später auf seiner routinemäßigen Streife, die etwa 25 Minuten dauerte, am Gebäude des Vereins vorbei und sah, dass sich dort eine aufgebrachte Menschenmenge angesammelt
hatte.
 Elisabeth StrideDer Mörder hatte die kurze Zeitspanne zwischen zwei Streifengängen genutzt, um sein Opfer zu töten. Dabei
ließ er sich auch nicht von den ca. 30 Mitgliedern des Vereins stören, die bei offenen Fenstern Lieder sangen. Niemand hatte Schreie oder Hilferufe gehört. Bei dem Opfer handelte es sich um
die 44-jährige Elisabeth Stride, auch "Long Liz" genannt. Während der Coroner-Untersuchung sagte Constable Smith aus, dass er gegen 0.35 Uhr Elisabeth Stride an der Ecke Fairclough/Berner Street, an einer Mauer gelehnt und
mit einem Mann sprechend, gesehen habe. Der Unbekannte habe einen langen dunklen Mantel, dunkle Hosen und einen Jägerhut aus Hartfilz getragen, sei etwa 1.70 m groß und etwas Ende 20 gewesen. Danach wurde
Long Liz nicht mehr lebend gesehen.
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