Thomas Rung
- Totmachen und weg -
Am 25.Oktober wurde Michael M. festgenommen.
Bei der Vernehmung erzählte er dieselbe Geschichte. Doch bei der zweiten Vernehmung änderte M. seine Aussage. Er habe Frau Scharnow aufgesucht und nochmals um Geld gebeten. Doch sie habe abgelehnt, worauf M. ihr einen Faustschlag verpasste und die vermeintlich Tote auf ihr Bett legte. Michael M. sagte weiter aus, dass er seine Vermieterin morgens gegen 7 Uhr besucht habe. Doch die Beamten wussten bereits, dass die Tat erst abends gegen 18 Uhr begangen worden war.
Währenddessen vertrank Rung seine Beute und beging im letzten Quartal des Jahres 1983 mit einem Kumpan Überfälle auf eine Pfandleihe und einem Geldboten.

In der Nacht zum 23.November 1983 saß Rung, wie so oft, in seinem Stammlokal "Silbersteineck". Gegen 2 Uhr verließ er stark angetrunken die Gaststätte und sah auf der anderen Straßenseite eine Frau entlang gehen. Eigentlich wollte Thomas Rung nach Hause, doch nun fasste er den Entschluss: "Die nehme ich mir !"
Susanne Matthes

Nichtsahnend, dass sie verfolgt wurde, setzte die 22-jährige Studentin Susanne Matthes ihren Heimweg fort. Sie wollte zu einer Bushaltestelle in einer Parallelstraße.
Rung fiel die Frau von hinten an und nahm sie in den Würgegriff. Als Susanne Matthes um Hilfe schrie, zog er sie in einen Hauseingang.
2 Zeugen hörten wohl ihre Schreie, riefen aber nicht die Polizei an, da die Schreie verstummen und sie auf der Straße nichts Auffälliges sahen. Rung schleppte sein Opfer auf einen in der Nähe liegenden Kinderspielplatz. Dort vergewaltigte er die Studentin und begann, obwohl sie um ihr Leben bettelte, die junge Frau zu würgen.
Als Susanne Matthes sich nicht mehr rührte, trat Rung ihr ein paar Mal an den Kopf, um sicher zu gehen, dass sie auch tot war. Dann schleifte er den Körper an den Beinen in einen abgelegenen Teil des Spielplatzes und bedeckte ihr Gesicht und den Oberkörper mit Sand. Susanne Matthes war zu diesem Zeitpunkt nur bewusstlos und erstickte nun qualvoll.
Bevor er sich von dem Tatort entfernte, versuchte Rung mit Händen und Ästen seine Spuren im Sand zu verwischen. Die Kleidung und Papiere seines Opfers nahm er mit und warf sie unterwegs weg.

Am nächsten Morgen entdeckte ein junger Mann
Tatort Kinderspielplatz Silbersteinstraße
die Leiche und alarmierte die Polizei. Im Verlauf des 24.Novembers wurden alle Kneipen in der Umgebung des Tatortes von Beamten der Mordkommission aufgesucht und die Gastwirte befragt.
Die Wirtin des "Silbersteineck" gab zu Protokoll, dass zwischen 1 und 5 Uhr niemand das Lokal betreten oder verlassen habe. Seltsamerweise war ihr Rung kein Unbekannter, sondern ein Stammgast, den man eigentlich nicht übersehen konnte.
Am 30.November 1983 heiratete Thomas Rung eine österreichische Prostituierte, die kurz vor der Abschiebung in ihr Heimatland stand. Er kassierte für die Scheinehe 5000 DM in Raten. Schon am Nachmittag zog er wieder alleine durch die Kneipen, während einige Straßen weiter über 2000 meist junge Frauen, aus Anlass der Ermordung Susanne Matthes gegen Männergewalt, demonstrierten.

Gegen 22 Uhr verließ die leicht
Frieda Krämer
demente 85-jährige Frieda Krämer ihre Wohnung am Büchsenweg 11. Wahrscheinlich wollte die alte Dame ihre Handtasche suchen, die sie am Vormittag in einem Taxi vergessen hatte.
Als Thomas Rung sie in der Amendestraße entdeckte, schien Frieda Krämer dort hilflos umherzuirren. Er bot ihr an, sie wieder nach Hause zu bringen. Die Seniorin hakte sich bei Rung unter und beide gingen los.
Schon längst witterte Rung seine Chance und steuerte den verlassenen Lagerplatz einer Baufirma an. Dort schubste er die alte Dame in einen Bretterhaufen und entriss ihr die Handtasche. Er nahm die 1000 DM mit und verschwand.
Frieda Krämer erlitt bei dem Sturz schwere Kopfverletzungen und verstarb dort in der kalten Winternacht.

Quellennachweis:
© Berliner Zeitung (Alle Bilder)

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