Am 6.Februar 1993 griff der stark alkoholisierte Rung eine Frau an und wollte sie vergewaltigen. Doch sie wehrte sich energisch und Rung konnte von der herbeigerufenen Polizei festgenommen werden.
Ein halbes Jahr später wurde Thomas Rung wegen versuchter Vergewaltigung in Tateinheit mit Körperverletzung zu einem Jahr und 8 Monate Haft verurteilt. Aufgrund seines Alkoholismus wurde er in die
geschlossene Station 15 der Karl-Bonhoeffer-Klinik zum Entzug verlegt. Seine Freundin Christine hielt weiterhin uneingeschränkt zu ihm. Ende September 1994 kehrte Rung in die gemeinsame
Wohnung zurück. Dort wohnte auch vorübergehend sein Stiefbruder und Schwiegervater in Spe, Eckhard Trutti. Der schwerstabhängige Alkoholiker war von seiner zweiten Frau aus der gemeinsamen Wohnung geschmissen
worden. Zwischen Rung und Trutti kam es immer öfters zu Streitigkeiten, bis Eckhard endlich eine neue Wohnung bezog.
Thomas Rung sollte Eckhard Trutti bei der Renovierung der Wohnung helfen.
Am 24.Februar 1995 stand er schließlich, gegen 19.30 Uhr, mit einem Farbeimer vor Truttis Wohnungstür. Eckhard Trutti
Inzwischen trank Rung auch wieder, und verlangte von Eckhard erst einmal eine Flasche Bier. Doch Eckhard wollte ihm keine geben. Daraufhin stürzte sich Thomas Rung mit den Worten: "Dich mach
ich alle" auf Trutti. Er würgte den wesentlich schmächtigeren Mann und trat ihn brutal in den Magen. Dann zog Rung den leblosen Körper in die Badewanne und tauchte den Kopf solange unter,
bis er sicher war, das Eckhard nicht mehr lebte. Rung durchsuchte die Wohnung und verließ mit 1000 DM den Tatort. Am nächsten Morgen wurde die Leiche Eckhards von seiner älteren Tochter entdeckt. Währenddessen
gab Rung mit einer Prostituierten das Geld aus. Im Familienkreis mimte Thomas Rung den Tiefbetroffenen, doch seine Stiefmutter nahm ihm das nicht ab. Sie erwähnte ihren Verdacht auch bei der Polizei,
die unternahm in der Richtung aber zunächst nichts.
Rung zog in der Nacht zum 28.Februar 1995 mit einem Saufkumpan durch die Kneipen Berlins. Immer wieder musste er
an die ehemalige Arbeitskollegin seiner Freundin denken. Er hatte ihr bei der Renovierung der Wohnung geholfen und erhoffte sich nun einen Liebesdienst. Als sein Saufkumpan nicht mehr mit Rungs
Trinktempo mithalten konnte, ging dieser gegen 8 Uhr morgens zu der Wohnung der 34-jährigen Gabriele Proppe. Er verschaffte sich unter dem Vorwand, nur ein wenig quatschen zu wollen, Zutritt in die Wohnung.
Im Wohnzimmer fiel er dann sofort über die 2-fache Mutter her und vergewaltigte sie. Dann zwang Rung sie in das Schlafzimmer und erwürgte die junge Frau auf ihrem Bett. Anschließend legte Thomas
Rung an mehreren Stellen in der Wohnung Feuer. Doch die Feuerwehr konnte den Brand schnell löschen und entdeckte die Leiche. Rung war bereits mit einem Taxi Richtung Kudamm unterwegs. Dort wollte er in den
Kneipen weiter zechen.
Gegen Mittag hatte er sich mit einem Bekannten, der ihm Haschisch besorgen sollte, in der Karl-Bonhoeffer-Klinik verabredet. Als Beamte der Mordkommission
die Tochter der ermordeten Gabrielle Proppe befragten, sagte diese aus, dass ihr auf dem Weg zur Schule morgens im Treppenhaus der "Onkel Thomas" entgegengekommen sei. Jetzt war die Polizei endlich auf
Rungs Spur gestoßen und suchte den Tatverdächtigen. Der traf den Bekannten gegen 13 Uhr und kaufte für 50 DM Haschisch. Dann trank Thomas Rung auf einer Parkbank noch eine Flasche weißen Rum und
schlief ein. Knapp 90 Minuten später wurde er dort von den Kriminalbeamten festgenommen.
Am 30.Januar 1996 begann mit der Verlesung der 67seitigen Anklageschrift der Prozess gegen den Serienmörder
Thomas Rung. Thomas Rung (1998) Bereits nach 6 Verhandlungstagen wurde er am 5.März zu 2-mal lebenslänglich und
anschließender 10-jähriger Sicherungsverwahrung verurteilt. Vor Gericht sagte Rung: "Wenn mich im Knast einer anmacht, könnte ich ihn totmachen. Zu verlieren hätte ich sowieso nichts mehr."
Am 31.Juli 2001 stürzte sich Thomas Rung in seiner Zelle auf den 26-jährigen Mithäftling Brian L. und würgte ihn bis zur Bewusstlosigkeit. Dann schob er ihn unter sein Bett und verließ die Zelle.
Als Grund für die Tat gab Rung an, dass L. seinen Game Boy in der Hand gehalten hätte. Dafür erhielt er nochmals 32 Monate Haft. Knapp zwei Jahre später, am 29.Juni 2003, schlug Thomas Rung den 37-jährigen Mithäftling Günter
K. zusammen und würgte ihn. Dann hängte er dem Schwerverletzten einen Zettel um den Hals ("Ich bin ein Junkie, ich klaue und ich betrüge") und schob ihn ebenfalls unter sein Bett. In aller Ruhe drehte er seine blutige
Matratze um und ging zum nächsten JVA-Beamten mit den Worten:" Auf meiner Zelle können sie einen entsorgen". Als Grund für diese Tat nannte Rung Probleme bei Drogengeschäften.
K. überlebte mit bleibenden Hirnschäden. Wegen Totschlags bekam der unberechenbarste und gefährlichste Häftling der JVA Tegel unbefristete Sicherungsverwahrung.
Quellennachweis: © Berliner Zeitung (Bild 1) © Peter Niggl (Bild 2)
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