Am 8.Februar 1978 wartete die 14-jährige Leslie Anne Parmenter an der Jeb Stuart Junior High School in Jacksonville/Florida
gegen 14 Uhr auf ihren älteren Bruder Danny, der sie dort abholen wollte. Plötzlich stand ein fremder Mann neben ihr und stellte sich als
"Richard Burton" von der örtlichen Feuerwehr vor. In diesen Moment traf Danny ein und wollte den Unbekannten sofort zur Rede stellen. Dieser
stammelte nur etwas von Verwechselung und raste mit seinem weißen Lieferwagen davon. Danny Parmenter konnte sich aber noch das Nummernschild des
Wagens einprägen. Leslie und Danny erzählten später ihren Vater, einen Polizisten, von dem Vorfall. Doch James Parmenter war beruflich so
eingespannt, dass er erst an nächsten Tag Nachforschungen tätigen konnte.
Am 9.Februar fiel dem Schülerlotsen
 Lake City Junior High SchoolClint Edenfield an der Junior High
School in Lake City/Florida ein schmutziger weißer Lieferwagen auf, der im Halteverbot parkte und den Verkehr behinderte. Doch das störte ihn nicht
weiter, zumal er damit beschäftigt war, bei starken Wind und Regenschauern den Verkehr zu regeln. Währenddessen war der 12-jährige Kimberly Diane
Leach in ihrem Klassenzimmer eingefallen, dass sie ihr Portemonnaie nach dem Sportunterricht in der Turnhalle vergessen hatte.
 Kimberly Diane Leach Zusammen mit ihrer Freundin Priscilla Blakney wollte sie schnell
zur Turnhalle laufen. Auf dem Weg dorthin sah die entsetzte Priscilla durch den Regenschleier, wie ein ihr unbekannter Mann die vor ihr laufende
Kimberly zu sich an einen weißen Lieferwagen winkte. Dann zerrte er das überraschte Mädchen auf den Beifahrersitz, schloss die Wagentür und fuhr davon.
Ein im selben Moment an der Schule vorbeifahrender Feuerwehrmann hatte die Geschehnisse auch mitbekommen, doch er nahm an, dass ein erzürnter Vater seine ungezogene
Tochter von der Schule abgeholt habe. Als der Lieferwagen losraste, prallte er fast mit dem Wagen der Hausfrau Jackie Moore zusammen, die einen
wütenden Fahrer sah, der neben sich in Richtung Beifahrersitz brüllte. Doch ob wirklich jemand auf dem Sitz saß, konnte Mrs Moore nicht erkennen. Kimberly Diane
Leach wurde nicht mehr lebend gesehen.
Einen Tag später fand Detective James Parmenter endlich Zeit, nach den weißen Lieferwagen zu
forschen. Doch er musste feststellen, dass das Nummernschild von einem anderen Wagen abmontiert und gestohlen worden war. In der darauf folgenden Nacht
patrollierte der Streifenpolizist Keith Davis mit einem zivilen Wagen in dem Universitätsviertel von Tallahassee. In der Nähe des Chi Omega Wohnheimes sah er
gegen 1.50 Uhr einen Mann, der an der Fahrertür eines parkenden Toyotas herum nestelte. Auf die Frage des Polizisten, was der Unbekannte vorhabe, antwortete
dieser, dass er einige Bücher aus den Wagen holen wollte. Da sich der Mann nicht ausweisen konnte, wollte der Polizist das Nummernschild des Toyotas über
Funk überprüfen lassen und ging deshalb zu seinem Einsatzwagen zurück. Der Unbekannte spurtete daraufhin sofort los und verschwand zwischen zwei Häusern. Davis
folgte dem Mann, doch dieser war nicht mehr auffindbar. Später identifizierte Keith Davis den Unbekannten als Ted Bundy, vom dem er bis dato noch nie
gehört hatte. Für Ted Bundy wurde es in Tallahassee zu gefährlich. Er reinigte gründlich sein Appartement und den Lieferwagen, um mögliche
Spuren zu verwischen. Dann stahl er einen orangefarbenen VW Käfer und verließ die Stadt in westlicher Richtung.
In
Pensacola/Florida bemerkte der Streifenpolizist David Lee am 15.Februar 1978 gegen 22 Uhr diesen VW Käfer, der ein bereits geschlossenes Restaurant im
Schritttempo umkreiste. Lee gab  Bundy nach seiner Festnahme
über Funk das Nummernschild zur Überprüfung an die Zentrale durch. Es stellte sich heraus, dass der Käfer als gestohlen gemeldet war. Der Polizist
schaltete kurz sein Blaulicht und die Sirene ein und forderte den Fahrer des VW Käfers über seinen Außenlautsprecher zum Anhalten auf. Daraufhin beschleunigte
der Käfer und verließ mit hoher Geschwindigkeit das Restaurantgelände. Nach einer 1,5 Kilometer langen Verfolgungsfahrt gelang es dem Polizisten den
Käfer zu stoppen. Lee näherte sich mit gezogener Pistole der Fahrertür und forderte den Fahrer auf, langsam auszusteigen und sich auf den Bauch flach hinzulegen.
Doch dieses Mal wollte sich Ted Bundy nicht widerstandslos festnehmen lassen. Als ihm der Polizist Handschellen anlegen wollte, drehte sich Bundy blitzschnell
um und trat den überraschten David Lee regelrecht die Beine weg. Bundy sprang auf und versuchte zu flüchten. Zunächst gab der Polizist einen Warnschuss ab
und forderte Bundy auf, sofort stehen zu blieben, sonst würde er erneut von der Schusswaffe Gebrauch machen. Da Ted Bundy allerdings weiterlief, feuerte der
Polizist einmal in dessen Richtung. Bundy stürzte und blieb liegen - er spielte "toter Mann". Als sich ihm Lee näherte, griff Bundy den Polizisten erneut
an. Doch dem körperlich überlegenen und erfahrenen Lee gelang es schließlich, den Angreifer zu überwältigen und zu fesseln. Im Streifenwagen hockend schrie
ein niedergeschlagener Ted Bundy dem Polizisten entgegen, warum er ihn nicht erschossen habe.
Auf dem Polizeirevier gab sich Ted
Bundy mit einem gefälschten Ausweis als Kenneth Misner aus. Nachdem seine Blessuren von dem Kampf mit dem Polizisten versorgt waren, fragten ihn 2 Detectives, die
seine Identität inzwischen überprüft hatten, wer er den nun wirklich sei. Bundy
lachte und antwortet John R.Doe (in USA gängiger Name für unbekannte männliche Person). Erst am Abend des 17.Februar gab Bundy den Beamten feierlich seine wahre
Identität preis. Doch die unbeeindruckten Polizisten konnten mit dem Namen nichts anfangen, bis einer von ihnen das FBI-Fahndungsplakat von Ted Bundy an der Pinnwand
sah. Schließlich durfte Bundy seine Noch-Freundin Liz Kloepfer ein letztes Mal anrufen und beantwortete nebenbei ihre Frage, ob er auch sie habe töten wollen, mit ja.
Dann wurde Ted Bundy mit Handschellen und Fußfesseln, die wiederum mit einem Bauchring verbunden waren, in das Gefängnis von Tallahasse gebracht. Auf die
Frage eines Reporters, warum er so extrem gefesselt sei, antwortete der wieder erstarkte und selbstsichere Bundy lachend, dass er ein Problem mit seinen Füßen hätte.
Sie wollen immer ganz schnell weglaufen. Die Staatsanwaltschaft konnte Ted Bundy zunächst nur wegen der Auto- und Kreditkartendiebstähle sowie deren Missbrauch
anklagen (in Florida Höchststrafe 75 Jahre). Doch sie wussten, dass sie einen "dicken Fisch" an der Angel hatten.
Am 7.April 1978 entdeckten
Mitglieder einer örtlichen Suchmannschaft im Suwanne Nationalpark, 40 Kilometer von Lake City entfernt, die Überreste von Kimberly Leach. Neben den Knochen lag ihre
Kleidung. An ihrem Slip konnte noch das Sperma von Ted Bundy identifiziert werden. Außerdem hingen an Kimberlys Socken Fasern von Ted Bundy Jacke und von dem Autoteppich
des weißen Lieferwagens, den Bundy gestohlen und dann eine Zeitlang benutzt hatte. Die Blutspuren in dem Lieferwagen wiederum stammten von Kimberly. Um die Anklageschrift
zu festigen, sollten die 3 Augenzeugen, die die Entführung von Kimberly Leach vor der Schule beobachtet hatten, Ted Bundy als den Entführer identifizieren. Doch keiner
der drei konnte ihn zweifelsohne als den Fahrer des weißen Lieferwagens wieder erkennen.
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