Dieses Mal schien Ted Bundy sein Glück aufgebraucht zu haben. In der Nacht zum 18.November 1986 erschienen vor dem
Tor des Staatsgefängnisses in Starke die ersten Demonstranten mit "Contra Bundy"-Schildern, um seine bevorstehende Hinrichtung zu feiern. Doch um 1 Uhr,
6 Stunden vor der geplanten Exekution, gewährte das oberste Gericht, nachdem Bundys Verteidigerin die 18.Revision beantragt hatte, einen erneuten Aufschub.
Für Teds Frau Carole Anne wurde der psychische Stress zu groß. Sie verließ mit der gemeinsamen Tochter Rose Florida und kehrte nie wieder zurück. 1987 wurde
bekannt, das Ted Bundy mit David Berkowitz ( Fallakte siehe
hier ) und dem Ronald Reagan-Attentäter John W.Hinkley jr.
regelmäßigen und intensiven Briefkontakt pflegte.
Die Verteidigung versuchte nun mit
Hilfe der New Yorker Psychologin Dr. Dorothy Lewis nachzuweisen,
das Ted Bundy manisch-depressiv wäre und unter Bewusstseinsstörung leide. Ziel war es, das Todesurteil in eine lebenslängliche Haftstrafe umzuwandeln.
Doch das oberste US-Bundesgericht war nicht der gleichen Meinung und lehnte am 19.Juli 1988 den Antrag ab. Auch der neue Gouverneur von Florida, Bob Martinez,
folgte dieser harten Linie und unterschrieb am 17.Januar 1989 den 4.Hinrichtungstermin, der am Dienstag, den 24.Januar vollstreckt werden sollte.
Nun spielte Ted Bundy seine letzte Trumpfkarte aus und bot, um Zeit zu gewinnen, 5 Tage vor seiner Exekution den Behörden ein vollständiges Geständnis
an. Doch Gouverneur Martinez blieb unbeeindruckt und hielt an den Hinrichtungstermin fest. Am 19.Januar entschied Ted Bundy, den angereisten Kriminalbeamten
der betroffenen Bundesstaaten, eine Reihe von Interviews zu gewähren. Er gestand insgesamt 28 Morde. ( Ausschnitt des Interviews und weitere
Informationen siehe
hier )
Ein Tag vor seiner Hinrichtung gab Ted Bundy dem Psychologen Dr. James Dobson ein Interview,
dass auch auf Video aufgezeichnet wurde. ( Ausschnitt des Interviews siehe
hier ) Am 24.Januar feierten - zum Teil kostümierte - Bundy-Gegner vor den Toren
des Railford Gefängnisses in Starke ausgelassen eine Art Hinrichtungs-Party. Wieder hielten sie Schilder wie "It's fry day" (deutsch:"Es ist Grilltag"), "I left my life in Railford"
(deutsch:"Ich ließ mein Leben in Railford ") oder "Burn Bundy burn"(deutsch:"Brenn, Bundy, brenn") in die zahlreichen TV-Kameras. Währendessen betete
Ted Bundy mit dem Geistlichen Fred Lawrence. Dann rasierte man ihm die Körperstellen, an denen später die Elektroden angebracht wurden. Auf eine letzte Mahlzeit
verzichtete der mit Tabletten ruhig gestellte Bundy.
Gegen 7 Uhr betrat er mit zwei Justizvollzugsbeamten den Hinrichtungsraum und wurde
 Old Sparkyunter den Blicken der 12 Augenzeugen - hauptsächlich Polizisten - auf den
elektrischen Stuhl, Old Sparky genannt, festgeschnallt. Gleichzeitig unterbrach der örtliche Radiosender sein Programm und der Moderator forderte makabererweise die
Zuhörer mit der nicht ernst gemeinten Bitte auf, alle elektrischen Geräte wie Kaffeemaschinen oder Toaster auszuschalten, damit das Gefängnis genügend Strom habe, um Ted
Bundy hinzurichten. Währenddessen sprach dieser, an den Geistlichen gerichtet, sein letzten Worte ("Ich möchte, dass sie mein Liebe an meine Familie und Freunde weitergeben.").
Der Gefängnisdirektor Tom Barton rief den Formalitäten entsprechend Gouverneur Martinez an, der das Todesurteil ein letztes Mal bestätigte. Dann nickte Barton dem vermummten Henker zu, der die
Starkstromanlage mit 2000 Volt startete.
Um Ted Bundys Ende genau 7.16 Uhr trat
ein Vollzugsbeamter aus einer Seitentür des Hinrichtungstrakts und winkte mit einem weißen Tuch als Zeichen, das Ted Bundy tot sei. Nun geriet ein Großteil der feiernden
Menge komplett aus dem Häuschen und startete ein Feuerwerk. Als eine halbe Stunde später der Wagen mit dem Leichnam Bundys das Gefängnis Richtung
Krematorium verließ, folgte eine johlende Menge dem Fahrzeug. Bundys Asche wurde in den Bergen in Washington verstreut. Wie bei allen bekannten Serienkillern begann
nun das Geschäft mit der Vermarktung des toten Ted Bundy. So stehen auch heute noch alle Gegenstände wie z.B. in Haft gemalte Bilder oder Briefe, die (wahrscheinlich) von Bundy stammen,
bei Sammlern hoch im Kurs. Es wurden einige Bücher von Personen, die Ted Bundy mehr oder weniger kannten, veröffentlicht. Die Produzenten der sehr erfolgreichen Sitcom "Married with children"
(deutsch:"Eine schrecklich nette Familie") gaben ihrem Hauptcharakter, dem Schuhverkäufer Al Bundy, den Nachnamen des Serienmörders, der ja auch einst kurzzeitig als Schuhverkäufer gearbeitet hatte.
Ted Bundys alter VW Käfer wechselte zuletzt 1997 für 25 000 Dollar den Besitzer.
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