Nach diesen Niederschlägen vollzog sich in Ted Bundy eine komplette Wesensänderung. Aus
Ted Bundy & Liz Kloepferden unsicheren schüchternen Jungen wurde ein selbstsicherer, dominanter Charakter. Ted kehrte an die
Universität von Washington zurück und studierte Psychologie. Außerdem mietete er sich ein 1 Zimmer-Appartement und besuchte regelmäßig
die Studentenkneipen in der Unigegend. Am 26. September 1969 lernte Ted in einer dieser Kneipen die um einige Jahre ältere Sekretärin Elizabeth
"Liz" Kloepfer (Die oft verwendeten Namen Meg Anders und Elizabeth Kendall sind reine Pseudonyme!) kennen. Sie war eine ruhige etwas zurückhaltende
Frau, die bereits geschieden war und in Ted den idealen Vater für ihre Tochter sah. Von Anfang an war Liz in Ted verliebt. Doch er erwiderte ihre
tiefe Zuneigung nie ganz eindeutig. Obwohl er sich im Verlauf der Beziehung mehrfach mit anderen Frauen traf, blieb Liz, die seine Untreue ahnte, bei ihm.
Sie wollte um jeden Preis die "perfekte" Familie und war sich sicher, das Ted sich irgendwann sein "Hörner" abgestoßen haben würde und ihr
dann treu sei. So hielt die Beziehung zwischen Ted und Liz fast sieben Jahre.
In den folgenden 3 Jahren entwickelte
sich Teds Leben vorteilhaft - geradezu mustergültig. Er wurde zum Lieblingsstudenten der Professoren und arbeitete Schriftsätze für verschiedene
juristische Fakultäten aus. Gleichzeitig begann er politisch aktiv zu werden. Er unterstützte den republikanischen Kandidaten Don Evans bei
dessen Kampagne zur Wiederwahl zum Senator. 1970 wurde sogar die Öffentlichkeit auf Ted Bundy aufmerksam. Er hatte einen Handtaschendieb verfolgt,
eingefangen und dann dessen Beute an die rechtmäßige Besitzerin zurückgegeben. Dafür erhielt er von dem "Seattle Police Department" eine
Belobigung. Im Sommer desselben Jahres rettete Ted an einem See ein dreieinhalb Jahre altes Kleinkind vor dem Ertrinken. Ab 1971
arbeitete er auch noch ehrenamtlich am Krisentelefon in einem psychiatrischen Krankenhaus.
Im Sommer 1973
hielt sich Ted Bundy während einer Geschäftsreise für die republikanische Partei in Kalifornien auf. Sofort nahm er wieder Kontakt zu seiner alten
Flamme Stephanie Brooks auf, die er nie richtig vergessen hatte. Stephanie war von dem "neuen" Ted, der so selbstbewusst und zielstrebig
wirkte, beeindruckt und ließ sich auf eine - heimliche - Beziehung mit ihm ein. Später besuchte sie ihn sogar in Seattle und übernachtete
in der Wohnung eines Bekannten von Ted. Doch plötzlich änderte Ted Bundy sein Verhalten und wurde Stephanie gegenüber kalt und abweisend.
Mitte 1974 schließlich beendete er - ohne ihr eine Erklärung für diesen Schritt zu geben - die Affäre, und meldete sich nie mehr wieder bei Stephanie Brooks.
 Lyndas Wohnhaus (1974)

Blutspuren auf MatratzeAnfang 1974 wurde Seattle durch eine brutale Attacke auf eine junge
Frau aus den Winterschlaf gerissen. Die 18-jährige Joni Lenz wurde in der Nacht zum 4.Januar von einen Unbekannten überfallen und in ihrem Bett
mit einer Stange ihres Bettgestells missbraucht und schwer verletzt. Als sie aus dem Koma erwachte, konnte sie aufgrund des Gedächtnisverlustes keine Angaben
zum Täter oder Tathergang machen. Knapp 4 Wochen später Lynda A. Healy
verschwand die 21-jährige Studentin Lynda Ann Healy. Sie war das typische "All American Girl": hübsch, intelligent, sozial engagiert und überall beliebt. Die Polizei
ging sofort von einem Verbrechen aus. Der Täter hatte das Bettzeug abgezogen und entwendet. Auf der Matratze, dem Kopfkissen und ihrem Nachthemd wurden
Blutspuren entdeckt. Außerdem fehlten einige Kleidungsstücke und ein Rucksack. Sowohl Joni Lenz als auch Lynda A. Healy wohnten im Universitätsviertel
Seattles. Am 4.Februar, 3 Tage nach dem Verschwinden von Lynda A. Healy, rief ein Unbekannter bei der Polizei an und behauptete, dass er der Täter im Fall Joni Lenz
und auch der Entführer Lyndas sei. Auf Nachfragen der Telefonistin wie sein Name lautet, sagte der Mann, dass sie ihn nie erfahren werde und legte auf.
Am 12.März verschwand die 19-jährige Studentin Donna Gail Manson,
Donna Manson die sich auf den Weg zu einem Jazzkonzert befand. Da sie öfters ohne Ankündigung nach Oregon zu Bekannten trampte, war Donnas Abwesenheit
für ihre Freundinnen zunächst nichts Auffälliges. Erst 6 Tage später gingen sie zur Polizei. Deren Nachforschungen ergaben, dass Donna schon seid längerer Zeit
nicht in Oregon gewesen war. Von ihr fehlte weiterhin jede Spur. Am 17.April 1974 legte die Studentin Susan Ellaine Rancourt auf dem Gelände der Universität von
Ellensburg, 100 km westlich von Seattle, gegen 20 Uhr ihre Schmutzwäsche in die Waschmaschine ihres Studentenwohnheimes. Anschließend wollte sie sich mit einer
Freundin treffen und einen deutschen Film anschauen. Susan Rancourt Doch Susan erschien weder
beim Treffpunkt, noch holte sie ihre - inzwischen saubere - Wäsche ab. Als die Polizei mit anderen Studentinnen über Susan Rancourts Verschwinden sprach, erwähnte
eine junge Frau, dass sie vor 5 Tagen von einem Mann, der einen Arm in einer Schlinge getragen hatte, um Hilfe gebeten worden war.
 Vermisstenplakat Er hatte scheinbar Probleme, einen Stapel Bücher zu seinem Auto zu transportieren.
Eine andere Studentin erzählte, dass sie am Tag des Verschwindens der Rancourt ebenfalls von scheinbar demselben Mann um Hilfe gebeten worden war. Sie sollte ihm
ein paar Pakete zum Auto tragen. Sein Wagen stand ca. 250 Meter außerhalb des Universitätsgeländes auf einem Parkplatz. Dort angekommen fragte sie der Unbekannte, ob
sie sich kurz in den Wagen setzten würde, da der VW Käfer Startprobleme habe und er beim Anlassen etwas am Motor betätigen müsse. Doch als die Studentin sah, dass der
Beifahrersitz fehlte, befiel sie ein ungutes Gefühl. Sie sagte, sie sei in Eile und entfernte sich schnell von dem Fremden; was ihr wohl das Leben rettete.
|