Ted Bundy
- Der Wolf im Schafspelz -
Am 31.Oktober verließ
Laura Aime
die ebenfalls 17-jährige Laura Aime in Lehti/Utah kurz nach Mitternacht alleine eine Halloween-Party und verschwand spurlos.
Etwa zu der Zeit erfuhr Bundys Freundin Liz durch Zeitungsartikel und den Fernsehnachrichten von den vermissten und ermordeten Frauen. Und das ein Mann namens Ted, der einen alten VW Käfer fuhr, gesucht wurde. Aber sie wollte sich nicht eingestehen, dass ihr Freund Ted eventuell der Gesuchte sei, obwohl alle Indizien dafür sprachen.
Erst als eine Freundin sie bedrängte, sich bei der Polizei zu melden, gab sie nach und rief dort 2-mal an. Der Kriminalbeamte der Sonderkommission nahm auch alle Angaben von Liz auf.
Allerdings gingen offenbar im Wust der Tausende von Namen und Daten aller potenzieller Verdächtigen, die überprüft werden mussten, die Informationen über Ted Bundy verloren oder wurde nicht weiter verarbeitet.

Am Abend des
Carol DaRonch
8.November 1974 wollte die 18-jährige Carol DaRonch in dem Einkaufszentrum der Kleinstadt Murray/Utah shoppen. Als sie gegen 18.30 Uhr in einer Buchhandlung stöberte, stand plötzlich ein gut gekleideter Mann mit einem Schnauzer neben Carol. Er stellte sich als Polizist vor und sagte ihr, sie solle ihm zu ihrem Auto begleiten. Jemand habe beobachtet, wie ein Mann Carols Wagen aufbrechen wollte. Doch Carol war misstrauisch und verlangte den Ausweis des angeblichen Polizisten. Er stellte sich als Officer Roseland vom Murray Police Department vor, zog blitzschnell einen
"Officer Roseland"
undefinierbaren Ausweis hervor und steckte ihn genauso schnell wieder ein.
An ihrem Wagen war alles in Ordnung, und es fehlte nichts.
Der Polizist bedrängte dennoch Carol DaRonch, mit ihm zum Polizeirevier zu fahren, damit sie dort eine Anzeige machen konnte. Sie willigte schließlich ein und beide gingen zu einem alten VW Käfer. Doch anstatt Richtung Polizeirevier fuhr "Officer Roseland" mit Carol in die entgegen gesetzte Richtung.
Plötzlich bremste der Mann den Wagen ab und wollte Carol mit Handschellen fesseln. Es gelang ihr, die Beifahrertür zu öffnen und aus dem Auto zu fliehen. Der Mann versuchte noch mit einer Brechstange nach ihr zu schlagen und sie zu verfolgen, aber als sich ein anderer Wagen näherte, stieg er in den VW Käfer und flüchtete.
Carol DaRonch konnte den falschen Polizisten beschreiben, doch eine sofort ausgelöste Fahndung blieb erfolglos.

Nur wenige Stunden nach seinen Misserfolg in Murray tauchte der Mann in der 25 Kilometer entfernt gelegenen Stadt Bountiful bei einer Schulveranstaltung auf.
Zunächst sprach er die junge Lehrerin der Theatergruppe, Jean Graham, an. Sie sollte ihm auf den Parkplatz folgen und ein Auto identifizieren. Doch sein starrer unheimlicher Blick mahnte sie zur Vorsicht. Sie antwortete, dass sie ihren Mann suchen werde, damit er dem Unbekannten
Debra Kent
helfen konnte. Daraufhin verließ der Mann, ohne noch etwas zu erwidern, sofort das Gebäude.
Die 17-jährige Debra Kent, von Freunden Debby genannt, besuchte mit ihren Eltern die Premiere des Schulmusicals. Unterwegs setzten sie ihren jüngeren Bruder Blair an der Rollerskate-Bahn ab und verabredeten, ihn gegen 22 Uhr wieder von dort abzuholen.
Das Musical war aber gegen 22 Uhr noch nicht beendet. Daher entschied Debby kurzfristig, ihren Bruder alleine abzuholen und ging zum Wagen ihres Vaters, der auf dem Schulparkplatz stand.
Doch Debby kam nie an der Rollerskate-Bahn an und konnte auch nicht auf dem Schulgelände entdeckt werden. Der Wagen der Kents stand immer noch verlassen auf dem Parkplatz. Am nächsten Tag entdeckten Polizisten dort einen Schlüssel für Handschellen.
Außerdem berichteten Bewohner einer nahe gelegenen Wohnanlage, dass sie gegen 22.30 Uhr einen spitzen Mädchenschrei vernommen hätten. Danach sei es aber sofort wieder ruhig gewesen und niemand habe weiter über den Vorfall nachgedacht. Ein Vater, der seine Tochter von der Schulveranstaltung abholen wollte, bemerkte zur selben Zeit, wie ein alter VW Käfer mit hoher Geschwindigkeit den Schulparkplatz verließ.
Debby Kent wurde nie wieder gesehen.

Am 27.November wurde die misshandelte Leiche von Laura Aime an einen Fluss in den Wasatch-Bergen gefunden. Sie war vergewaltigt und mit einem ihrer Strümpfe erdrosselt worden. Bei der Leichenschau entdeckte man im Genitalbereich zahlreiche punktartige Verletzungen, die wahrscheinlich von einem Eispickel stammten. Der Täter hatte ihr so erheblich das Gesicht zertrümmert, dass zunächst nur eine Identifizierung anhand einiger Narben am Unterarm, die ihrem Vater bekannt waren, möglich war.
Es konnten, wie schon bei Melissa Smith, ansonsten keine verwertbaren Spuren gesichert werden.
Bei einer Konferenz der verschiedenen Polizeibehörden im Dezember 1974 wurden alle gesammelten Daten abgeglichen. Die Beamten der Sonderkommission standen nun vor der schweren Aufgabe, insgesamt 2400 "Teds" zu überprüfen. Der bis dato nicht straffällig gewordene Ted Bundy allerdings geriet nicht in den Blickpunkt der Fahnder.

Die 23-jährige
Caryn Campbell
Krankenschwester Caryn Eileen Campbell verbrachte Anfang 1975 den Urlaub mit ihrem Lebensabschnittsgefährten und dessen 2 Kinder aus erster Ehe in dem bekannten Wintersportort Aspen/Colorado.
Am Abend des 12.Januar saßen alle zusammen in der Lounge des Hotels.
Das Hotel in Aspen
Da ihr Partner die Abendzeitung las und die Kinder spielten, fiel Caryn ein, dass in ihren Hotelzimmer noch eine neue Zeitschrift lag. Kurzhand ging sie mit dem Zimmerschlüssel in Richtung der Fahrstühle.
Als ihr Partner einige Zeit später die Zeitungslektüre beendet hatte, bemerkte er, dass Caryn noch immer nicht in die Lounge zurückgekehrt war. Als er an der Tür des gemeinsamen Hotelzimmers klopfte und ihm niemand öffnete, ahnte er bereits nichts Gutes.
Mit dem Zweitschlüssel gelang er schließlich in das Zimmer. Die Zeitschrift, die Caryn eigentlich holen wollte, lag unberührt auf dem Bett. Von Caryn selbst fehlte jede Spur.
Eine Suchaktion der Aspener Polizei am darauf folgenden Morgen blieb erfolglos.

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