Peter Sutcliffe
- Der Yorkshire Ripper -
Am 23.März 1979, ein Jahr nach den ersten beiden Schreiben, erhielt ACC George Oldfield den dritten Brief:
Sehr geehrter Detective,
es tut mir leid, dass ich seit, um genau zu sein, einem Jahr nicht geschrieben habe, aber war eine Weile nicht im Norden. Ich habe kein Spaß gemacht, als ich beim letzten Mal schrieb, dass ich eine Ältere nehme und das ich in Manchester zuschlagen würde. Sie sollten meine Worte beherzigen. Es ist lustig, bevor ich ihr die Hurerei austrieb, erwähnte die Dame am Krankenhaus, dass sie dort schon zur Behandlung gewesen sei. Nun braucht sich die Dame keine Gedanken mehr über Krankenhäuser machen , oder ? Ich wette, Sie haben sich schon gewundert, warum ich so lange nicht gearbeitet habe, nun, ich war schon so weit, wenn nicht einer Ihrer verfluchten Bullen da gewesen wäre. Ich hatte die Dame schon dort, wo ich sie haben wollte und wollte gerade zuschlagen, als ein Streifenwagen langsam die Straße entlang kam. Muss ein dummer Bulle gewesen sein, er sagte nichts, er wusste nicht, wie nah er dran war mich zu fassen.
Um Ihnen die Wahrheit zu sagen, ich dachte schon, jetzt haben sie mich und die Dame sagte, ich soll mir wegen der Bullen keine Sorgen machen. Sie wusste ja nicht, das der verdammte Bulle ihr das Leben rettete.
Das war letzten Monat, also ich weiß noch nicht, wann ich wieder an die Arbeit mache, aber ich weiß, dass es nicht in Chapeltown sein wird, zu heiß dort, vielleicht in Bradfords Manningham.
Vielleicht schreibe ich wieder, wenn ich mal im Norden bin.
Jack the Ripper
Haben Sie den Brief erhalten, den ich an den Daily Mirror in Manchester geschickt hab ?
Erläuterungen zu dem Brief:
Vera Millward hatte sich tatsächlich mehrfach stationär in dem Krankenhaus zur Behandlung ihres Lungenleidens und der chronischen Magenschmerzen aufgehalten. 1976 war ihr sogar ein Lungenflügel entfernt worden.
Dieses Wissen über das Krankheitsbild der Prostituierten war kein sogenanntes "Insider-Wissen", da die Presse ausführlich über Vera Millward berichtet hatte.

Josephine Whitaker verabschiedete sich, wie jeden Sonntagabend, auch am 4.April gegen 23.40 Uhr von ihren
Josephine Whitaker
Großeltern. Auch heute wollten sie ihre Enkelin überreden, bei ihnen zu übernachten. Doch die 19-jährige Sekretärin wollte nach Hause, da sie am folgenden Tag arbeiten musste, außerdem war es nur ein 10-Minuten-Weg durch den angrenzenden Savile Park in Halifax.
Genau dort, nur 300 Meter von ihrem Elternhaus entfernt, traf sie auf Peter Sutcliffe, der die junge Frau mit 2 Hammerschlägen tötete. Anschließend zog er die Leiche, die dabei den rechten Schuh verlor, 10 Meter entfernt von der
Tatort
Straße in die Dunkelheit. Sutcliffe stach der Toten 25-mal mit einem verrosteten Schraubenzieher in den Oberkörper und Unterleib, schob ihr den linken Schuh zwischen die Beine und verschwand.
Josephine Whitakers Leiche wurde am nächsten Morgen gegen 6.30 Uhr entdeckt. Tragischerweise fand ihr 13-jähriger Bruder David ihren rechten Schuh in Tatortnähe. Am Tatort entdeckte man wieder, wie bei den Morden an Emily Jackson und Tina Atkinson, einen Stiefelabdruck der Marke Dunlop Warwick in der Größe 7.
Peter Sutcliffe hatte mit diesem Mord sein Betätigungsfeld, die Rotlichtbezirke in West Yorkshire, verlassen. Dort war die Polizeipräsenz zu hoch und auch die Prostituierten waren gegenüber ihren Freiern sehr misstrauisch. Außerdem, so dachte Sutcliffe, sei er doch inzwischen ein guter Hurenkenner - er würde sofort jede "Professionelle" erkennen (obwohl er schon zum zweiten Mal falsch lag).

George Oldfield hob die vor 11 Monaten verhängte Nachrichtensperre auf und kündigte wieder tägliche Pressekonferenzen an. Außerdem wurden 4 Beamte der "Ripper-Squad" nach Sunderland geschickt, um dort den anonymen Briefeschreiber (und Mörder ?) aufzuspüren. Und genau von dem erhielt ACC Oldfield am 17.Juni 1979 wieder Post. In dem Umschlag lag dieses Mal - statt eines Briefes - eine handelsübliche besprochene Kassette.
Weitere Informationen und Hörprobe dazu siehe hier
9 Tage später präsentierte die Polizei der Öffentlichkeit einige Passagen der Kassette. ACC George Oldfield war überzeugt davon, dass die Kassette von dem Ripper stammte. Doch nicht nur die Polizei ermittelte damit unwissentlich in die falsche Richtung, auch Sutcliffes Freund Trevor Birdsall, der unterschwellig immer noch einen Verdacht gegen Peter hegte, war jetzt beruhigt. Denn Peter Sutcliffe hatte keinen Gordie-Akzent.

Am Sonntag, den 2.September 1979 meldete eine Gruppe Studenten auf der Polizeistation in Bradford ihre
Barbara Leach
Mitbewohnerin Barbara Leach als vermisst. Sie hatte am Vorabend dem Besitzer des Pubs "The Manville Arms" beim Ausschenken geholfen und war gegen 0.45 Uhr hinausgegangen, um bei einem kurzen Spaziergang frische Luft zu schnappen. Doch Barbara kehrte nicht wieder zurück.
Die Polizei reagierte sofort und suchte am Sonntagnachmittag die Universitätsgegend ab. Gegen 15.55 Uhr entdeckte Police Constable Simon Greaves
Tatort (Pfeil)
in einem Hinterhof, nur 180 Meter von dem Pub entfernt, unter einen alten Teppich, neben einigen Mülltonnen, ihren Leichnam.
Die junge attraktive Frau war Peter Sutcliffe, der sich auch am Vorabend in dem Pub aufgehalten hatte, sofort aufgefallen. Er lauerte in seinem Wagen auf Barbara Leach. Als sie das Pub verlassen hatte, folgte er ihr und tötete sie mit einem gewaltigen Hammerschlag. Dann stach Sutcliffe Barbara unzählige Male mit dem rostigen Schraubenzieher in den Körperteil, den er am meisten hasste - in den Bauch ("... in die Quelle des Lebens ..." [sic!] Aussage Peter Sutcliffe).
Nach den Mord an Barbara Leach startete die "Ripper-Squad" eine große 1 Millionen Pfund teure Fahndungskampagne mit riesigen Werbetafeln und ganzseitigen Anzeigen in den Tageszeitungen, mit denen sie zur Mithilfe der Bürger aufrief. Fotos dazu siehe hier
Ripper-Jäger Oldfield allerdings musste kürzer treten, er erlitt aufgrund des anhaltenden Stresses, am 13.August einen Herzinfarkt. CSI Hobson übernahm bis zur Oldfields Genesung seinen Posten.

Da die letzten beiden Opfer des Rippers keine Prostituierten, sondern "normale" junge Frauen gewesen waren, nahm das öffentliche Interesse an diesen unbekannten Mehrfachmörder weltweit immer mehr zu.
Einige unbekannte Musikgruppen widmeten dem Killer ihre Songs, in der Hoffnung so den Durchbruch zu erzielen. Ein amerikanischer Geschäftsmann bot dem Ripper eine in Schottland gelegene Farm mit einer Shetlandpony-Aufzucht, bei freier Kost und Logis sowie 7 Dollar Stundenlohn, an.
Aber es wurden auch im Namen des Yorkshire Rippers Verbrechen verübt. So brach ein Mann in die Wohnung einer Frau ein, vergewaltigte die 3-fache Mutter mehrfach und behauptet, er sei der Ripper. Später wurde der Täter zu 10 Jahren Haft verurteilt. In Manchester verhafteten 2 Polizisten des Sittendezernats eine Prostituierte, erzwangen Nacktaufnahmen und verlangten Sex. Als sich die verängstigte Frau weigerte, drohten ihr die Beamten, sie zu ermorden und es als "Ripper-Mord" aussehen zu lassen. Beide Polizisten wurden vom Dienst suspendiert, aber nie strafrechtlich verfolgt.
Im Februar 1980 zeigte sich wieder einmal die Unbeständigkeit der Polizei gegenüber der Presse und der Öffentlichkeit: Es wurde erneut eine Nachrichtensperre verhängt.

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