Anfang April 1980 fiel einer Polizeistreife im Rotlichtbezirk von Bradford ein mit überhöhter Geschwindigkeit fahrender
Wagen auf. Der angetrunkene Fahrer hieß Peter Sutcliffe. Man nahm ihn mit zur Polizeiwache, wo ihm eine Blutprobe entnommen wurde. So verlor Sutcliffe
nicht nur seine Fahrerlaubnis, sondern auch seinen Job als Lastwagenfahrer. Außerdem beendete er damit, unfreiwillig, das seit einem Jahr bestehende
Verhältnis mit der Schottin Theresa Douglas im Glasgow. Zu seinem Glück hatte er ihr nie seine Adresse gegeben und sich ihr gegenüber als Peter Logan ausgegeben.
Trotz dieser Niederlagen verspürte Peter Sutcliffe ein wenig Schadenfreude. Mehrmals hatten Polizisten, vor allen George Oldfield, in der Öffentlichkeit
im Brustton erwähnt, dass, wenn ihnen der Ripper gegenüberstünde, sie ihn sofort erkennen würden. Sutcliffe war bereits 7-mal vernommen worden und immer noch
frei. Und auch dieses Mal verließ er die Polizeiwache als freier Mann. Seiner Frau Sonia erzählte er nichts von dem Entzug der Fahrerlaubnis und dem damit
verbundenen Verlust des Arbeitsplatzes. Die Gerichtsverhandlung wegen Trunkenheit am Steuer fand nicht statt, da Sutcliffe vorher
wegen der Morde verhaftet wurde.
Es war bereits 22.30 Uhr als die kaufmännische Angestellte Marguerite Walls ihr Büro im "Ministerium für
 Marguerite Walls Bildung und Wissenschaft" in Farsley, einem Vorort von Leeds,
an diesem 20.August 1980 verließ. Die 47-Jährige hatte unbedingt alle Arbeiten erledigen wollen, bevor sie in den Urlaub ging. Peter Sutcliffe entdeckte sie
beim Vorbeifahren, parkte einige hundert Meter voraus und versteckte sich hinter einem Zaun. Als Marguerite Walls nur noch 360 Meter von ihrer Wohnung entfernt
war und sich auf Sutcliffes Höhe befand, sprang er mit gezückten Hammer auf und schlug ihr auf den Kopf. Marguerite Walls schrie um ihr Leben. Sutcliffe geriet daraufhin in Panik, da
sein Opfer auch noch nach dem zweiten Schlag schrie ("... die dreckige Nutte schrie immer noch ..." [sic!] ). Dann wollte Peter Sutcliffe sein Messer
ziehen, doch er hatte es in der Eile in seinem Wagen vergessen. So erdrosselte er Marguerite Walls mit einem Seil und zerrte ihre Leiche auf ein 18 Meter entfernt liegendes
Gartengrundstück. Er zog sein Opfer aus und schlug - unzufrieden mit der ganzen Situation - mit dem Hammer mehrmals auf den toten Körper ein. Anschließend bedeckte Sutcliffe die Tote
mit Grasschnitt und fuhr nach Hause. Am nächsten Morgen entdeckten zwei Gärtner zunächst die auf dem Grundstück verstreut liegende Damenbekleidung und schließlich die Leiche.
Da der Gerichtmediziner keine Stichverletzungen feststellte und die Tote erdrosselt worden war, wurde der Mord an Marguerite Walls, bis Sutcliffes Verhaftung, nicht zu den
"Ripper-Morden" gerechnet.
Vier Wochen später, am 24.September 1980, befand sich die aus Singapur stammende Ärztin Upadhya Bandara
nach den Besuch bei Freunden in Headingley/Leeds auf dem  Dr. Upadhya BandaraHeimweg.
Als sie an einer Filiale der "Kentucky Fried Chicken"-Fastfoodkette vorbeiging, fiel ihr im Laden ein bärtiger Mann auf, der sie anstarrte. Doch die 34-Jährige dachte sich
nichts dabei und setzte ihren Weg in Ruhe fort. Peter Sutcliffe interpretierte das "lockere Dahinschlendern" der Frau als den aufreizenden Gang einer Prostituierten.
Er verließ sofort den Imbiss und nahm die Verfolgung auf. In einer weniger belebten Seitenstraße schließlich holte er auf und schlug Dr. Bandara mit zwei
Hammerschlägen bewusstlos. Er schlang das Seil, mit dem er bereits Marguerite Walls erdrosselt hatte, um den Hals seines Opfers und zerrte sie in den
Schatten eines Hauses. Dabei kratzten die Schuhabsätze der Ärztin so laut über den Asphalt, dass die Anwohnerin Valerie Nicholas die Geräusche hörte und zur
Haustür ging, um deren Ursache festzustellen. Sutcliffe hörte eine Haustür aufgehen und flüchtete daraufhin. Während Valerie Nicholas die Polizei rief, traf bereits
ein zufällig vorbeikommender Streifenpolizist ein und suchte sofort - ohne Erfolg - die nahe Umgebung ab. Dr. Bandara überlebte die Attacke und konnte ihren Angreifer gut beschreiben.
Doch da auch in diesem Fall keine Stichwaffen benutzt und das Opfer "ripperuntypisch" gedrosselt worden war, ordnete die Polizei dieses Verbrechen nicht zu dem des Yorkshire Rippers.
Peter Sutcliffe las zufrieden die Zeitung. Kein Wort darüber, dass der Yorkshire-Ripper in letzter Zeit erneut zugeschlagen hatte. Im Mordfall
 Theresa SykesMarguerite Walls suchte die Polizei den Täter im Bekanntenkreis des Opfers. Sollten sie
nur dort suchen, er seinerseits würde auch wieder "Suchen". Dieses Mal wieder in Huddersfield, wo er schon seit zweieinhalb Jahren nicht mehr die "Straßen gesäubert" hatte. Schließlich
 Zeitungsartikelsollte sich die hilflose Polizei nicht langweilen und so machte sich Peter Sutcliffe
am 5.November auf den Weg. Die 16-jährige Theresa Sykes war an diesen Abend ins Mistrel-Pub gegangen um ihren Vater, der die Kneipe führte, kurz Hallo zu sagen. Unter den Gäste befand
sich auch Peter Sutcliffe, dem die junge Frau sofort aufgefallen war. Gegen 20 Uhr begab sich Theresa auf den Nachhauseweg ohne das sie bemerkte, dass ihr ein unbekannter Mann folgte.
Ihr Freund Jimmy Furey wartete in der gemeinsamen Wohnung mit dem 3 Monate alten Sohn auf sie. In dem Moment, als er aus den Wohnzimmerfenster schaute, musste er entsetzt mit ansehen, wie auf dem
Trampelpfad hinter dem Haus, ein Mann seiner Freundin von hinten mit einem Hammer auf den Kopf schlug. Furey lief laut schreiend aus der Wohnung in Richtung des Tatorts. Sutcliffe
hörte die Schreie, ließ von seinem Opfer ab und floh. Theresa Sykes überlebte diese Attacke mit einem Schädelbruch, doch aus dem lebenslustigen Mädchen wurde eine verängstigte Frau mit starken
Stimmungsschwankungen, die ohne Lebensmut wieder zu ihren Eltern zog. Während ihr Vater Raymond und viele Einwohner von Huddersfield überzeugt waren, dass Theresa Opfer des Yorkshire-Rippers
geworden war, sah die örtliche Polizei keine Hinweise, die diese Theorie untermauerten, und suchte den angeblichen Einzeltäter in Theresa Sykes Umgebung.
Bereits
12 Tage später, am 17.November 1980, war Peter Sutcliffe wieder in Leeds im Stadtteil Headingley unterwegs. Seiner Frau Sonia, die es inzwischen gewohnt war, abends allein vor dem Fernseher zu sitzen,
 Jacqueline Hillhatte er vorgelogen, dass er eine lange nächtliche Tour mit seinem Lastwagen habe. Er kaufte
sich in dem "Kentucky Fried Chicken"- Laden, in dem er vor 2 Monaten Dr.Bandara entdeckt hatte, ein Hähnchen und Pommes Frites. Dieses Mal kehrte Sutcliffe mit der Mahlzeit zu seinem Wagen zurück,
um dort zu essen. Interessiert beobachtete er einen, an einer gegenüberliegenden Haltestelle, anhaltenden Linienbus. Dort stieg die Studentin Jacqueline Hill gegen 21.25 Uhr aus.
Die 20-Jährige kam von einem Seminar für angehende Bewährungshelfer und wollte nun nach Hause. Peter Sutcliffe überholte sie und parkte seinen Wagen in einigen Hundert Meter Entfernung. Als
Jaqueline Hill auf Wagenhöhe war, griff Sutcliffe seinen Kugelkopfhammer, stieg aus und schlug ihn mit voller Wucht auf den Hinterkopf seines Opfers. Dann schleifte er den leblosen Körper
auf ein 20 Meter entferntes Brachgelände. Dort schob Sutcliffe der Studentin die Bekleidung hoch und stach ihr mehrmals mit einem Schraubenzieher in den Oberkörper und in das linke Auge.
 The Ripper Super Squad Gegen 22 Uhr fand der iranische Student Armir Hussain die Handtasche von Jacqueline Hill.
Als er den Fund seinen Mitbewohnern präsentierte, entdeckte Tony Gosden, ein Ex-Polizist, frische Blutanhaftungen an der Tasche. Die informierte Polizei suchte gegen
23.30 Uhr mit einigen Beamten erfolglos die Gegend ab. Erst der Verkäufer Donald Court stieß am folgenden Morgen gegen 10 Uhr auf die Leiche von Jacqueline Hill. Mit diesem Mord wurde
der Druck auf die "Ripper Squad" noch größer - doch die Aussichten, den Ripper zu fassen, waren nach wie vor sehr gering. Dieser Meinung waren wohl auch Chief Constable Ronald Gregory und
gründete - ohne George Oldfield zu berücksichtigen - die neue Sonderermittlungsgruppe "Ripper Super Squad" unter der Führung des beförderten ACC Jim Hobson (auf dem Foto sitzend). Aufgebrachte
Frauenrechtlerinnen forderten nun lautstark mehr Initiative von der Polizei. Aber allein schon die Polizei von Leeds erhielt in kurzer Zeit mehr als 7000 anonyme Briefe mit Verdächtigungen.
Auch Sutcliffes Freund Trevor Birdsall wandte sich an die Polizei in Bradford. Sie hörten ihm geduldig zu, aber unternahmen nichts gegen Peter Sutcliffe. Für Birdsall war das ein Zeichen,
dass sein Verdacht scheinbar unbegründet war.
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