Peter Sutcliffe
- Der Yorkshire Ripper -
Am Mittwoch, den 27. August 1975 besuchten die 14-jährigen Zwillinge Tracy und Mandy Browne eine Discothek in der Kleinstadt Silsden bei Keighley.
Tracy Browne
Während Mandy um 21 Uhr Richtung Heimat aufbrach, blieb Tracy eine Stunde länger.
Auf ihren Heimweg auf einer Landstraße kam Tracy gegen 22.30 Uhr ein etwa 30-jähriger Mann entgegen. Als sie sich begegneten, sprach sie der Unbekannte an, dass ja in dieser Gegend wohl nichts los sei. Der Fremde verwickelte Tracy Browne in ein Gespräch und begleitete sie bis zu der Einfahrt zu dem Bauernhof ihrer Eltern. Plötzlich zog er einen Hammer aus seiner Jacke und schlug ihr damit 5-mal auf den Kopf, wobei er bei jeden Schlag ekstatisch grunzte.
Während er sein, am Boden liegenden, Opfer im Genitalbereich befummelte, begann er zu masturbieren. Allerdings wurde der Täter von den Scheinwerfern eines sich nähernden Autos gestört. Das rettete Tracy Browne das Leben.
Der Mann hob sein Opfer auf, warf es über einen Zaun und entfernte sich dann von dem Tatort. Tracy konnte sich noch bis zum Elternhaus schleppen und wurde nach einer 4-stündigen Gehirnoperation gerettet.

Bei der Vernehmung konnte Tracy Browne
Phantombild
der Polizei eine gute Beschreibung ihres Peinigers geben (siehe Foto). Außerdem meldete sich ein Nachbar, dem an den entsprechenden Abend in der Nähe des Tatorts ein grüner Ford Capri aufgefallen war.
Die Ermittlungen der Polizei verliefen im Sand und die Tat geriet mit der Zeit in Vergessenheit. Als später die Jagd nach dem Yorkshire Ripper auf Hochtouren lief, und Tracy Browne ein Phantombild des Killers in der Zeitung sah, eilte sie mit ihrer Mutter zur Polizeistation in Halifax. Doch der wachhabende Polizist wollte beiden nicht glauben, dass auch Tracy ein Opfer des Rippers war - zumal sie nicht zur Zielgruppe, den Prostituierten - gehörte. Mit einem Lachen schickte er beide nach Hause. Zurecht erhob Tracy Browne Jahre später schwere Vorwürfe gegen die Polizei.
Peter Sutcliffe untersuchte, nach seiner Attacke gegen Tracy Browne, seine Kleidung nach verräterischen Blutspuren und kehrte dann nach Hause zurück, um dort sein "normales" Leben weiterzuführen. Warum er sich Tracy als Opfer aussuchte, ist nicht bekannt.

Wilma McCann, eine aus Schottland stammende Prostituierte und alleinerziehende Mutter, verabschiedete sich am Abend des 29.Oktobers 1975
Wilma McCann
gegen 19.30 Uhr von ihren 4 Kindern. Die 28-Jährige wollte einen Zug durch die Kneipen von Leeds machen. Schnell noch ermahnte sie ihre älteste Tochter, die 9-jährige Sonje, nicht zu spät ins Bett zu gehen, dann machte sie sich auf den Weg.
Gegen
Wilma McCanns Kinder
1 Uhr nachts verließ Wilma den Nachtclub "Room of the Top". Nach den Genuss von reichlich Bier und Whiskey, kaufte sie noch schnell ein Curryhähnchen und Pommes Frites, um sich anschließend auf den Heimweg zu machen. Doch Wilma McCann war zu betrunken, um die verbleibende Strecke zu ihrer Wohnung zu Fuß zurückzulegen. So versuchte sie es als Anhalterin.
Auch Peter Sutcliffe war in dem Leedser Stadtteil Chapeltown unterwegs. Er hatte in verschiedenen Pubs einige Gläser Bier getrunken und dabei hasserfüllt die anwesenden Frauen beobachtet. Nun saß er in seinem Ford Capri und fuhr ziellos durch Leeds. Dann entdeckte er am Straßenrand die stark schwankende Wilma McCann, die offensichtlich eine Mitfahrgelegenheit suchte. Sutcliffe hielt neben ihr an.

Er öffnete ihr die Beifahrertür und Wilma ließ sich daraufhin auf den Sitz fallen. Bevor Sutcliffe etwas sagen konnte, fragte ihn die Prostituierte, ob er ein wenig "Zuneigung" wolle. Doch er verstand den Sinn ihrer Frage nicht. Als er nicht antwortete, schnauzte Wilma ihren potenziellen Freier an, ob er schwer von Begriff sei und ob sie ihm alles haarklein erklären solle. Peter Sutcliffe war einverstanden, und Wilma McCann dirigierte ihn in die Nähe eines Sportplatzes, der nur 1 Kilometer von ihrer Wohnung entfernt lag. Aus Angst, dass die Innenausstattung seines Wagens verdreckt würde, schlug er vor, dass sie das "Geschäft" auf dem Rasen vollführen sollten.
Sutcliffe breitete seinen Mantel aus und die Prostituierte ließ sich schwankend darauf nieder. Dann zog sie ihre Hose runter und lallte Sutcliffe zu, dass er zu ihr kommen solle und sie es hinter sich bringen wolle. Mit den Worten:" Keine Angst, dass werden wir!" stürzte er sich mit einem Hammer in der Hand auf Wilma McCann und schlug ihr damit mehrfach auf den Kopf. Er zog ein Messer hervor und stach seinem Opfer 15-mal in den Oberkörper. Anschließend missbrauchte er die Tote.

Gegen 4 Uhr morgens wachte Wilmas älteste Tochter Sonje auf.
Spurensicherung am Tatort
Als sie das leere Bett im Schlafzimmer sah, weckte sie, aus Sorge um ihre Mama, ihre Geschwister. Gemeinsam gingen die Kinder in der morgendlichen Kälte zur nächsten Bushaltestelle und warteten dort 2 Stunden auf Wilma. Erst dann wurden die durchgefrorenen Kinder von Nachbarn entdeckt.
Was die Kinder (zum Glück) nicht wussten: Auf dem Weg zur Haltstelle waren sie nur
Polizisten suchen den Tatort ab
wenige Meter an der Leiche ihrer brutal ermordeten Mama am Sportplatz vorbeigegangen.
Um 7.41 Uhr wurde die blutüberströmte Leiche Wilma McCanns von dem Milchmann Alan Routledge entdeckt. Die alarmierte Polizei konnte auf der Hose des Opfers Spermaspuren der recht seltenen Blutgruppe B sichern.
Unter der Leitung von Chief Superintendent Dennis Hoban lief nun der Ermittlungsapparat an. 150 Polizisten befragten 7000 Haushalte.
Da sich ein Augenzeuge meldete, der in der Tatnacht beobachtet hatte, wie sich die angetrunkene Wilma McCann mit dem Fahrer eines Lastwagens unterhielt, wurden nun in Leeds 6000 Lastwagenfahrer befragt. Doch scheinbar hatte niemand etwas auffälliges bemerkt oder, wie das am Sportplatz wohnende Pächterpaar, etwas gehört.

Peter Sutcliffe war nach der Tat so über sein eigenes Handeln entsetzt, dass er in den folgenden Wochen kaum noch die Rotlichtbezirke in West Yorkshire besuchte. Aber schließlich wurde sein Verlangen und der Druck zu groß und er begab sich wieder auf die Suche.

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