Die schwerverletzte Frau schleppte sich
Marcella Claxton vor der Telefonzelle zu einer naheliegenden Telefonzelle, von wo aus sie den Notruf betätigte. Als sie in der
Zelle am Boden sitzend auf Hilfe wartete, sah sie Peter Sutcliffe im Schritttempo an der Telefonzelle vorbeifahren. Sie musste Todesängste
erleiden, da Marcella damit rechnete, dass ihr Peiniger sie nun endgültig töten wolle. Doch Sutcliffe fuhr, ohne anzuhalten, vorbei. Jahre
 CSI Jim Hobson später sagte er aus, dass er nicht
in der Gemütslage gewesen war, um Marcella Claxton zu töten. Die Prostituierte überlebte die Attacke. Ihre Kopfverletzung wurde mit 52 Stichen
genäht Der Polizei konnte sie eine gute Beschreibung des Täters geben. Doch ohne Zeugen und weiteren
Anhaltspunkten gelang es den Beamten nicht, die Tat aufzuklären. Es sollten noch 9 Monate ins Land gehen, bevor die
Ermittler dieses Verbrechen zu denen des Yorkshire-Rippers hinzurechneten. Währenddessen wurde Chief Superintendent
Dennis Hoban befördert und in ein anderes Revier versetzt. An seiner Stelle übernahm ab Mitte 1976 Detective Chief Superintendent Jim Hobson
die Ermittlungen in Leeds. Dennis Hoban verstarb - überraschend - 1978 an Herzversagen.
Im Oktober fand Peter Sutcliffe wieder einen
Arbeitsplatz als Lastwagenfahrer bei der Transportfirma T & W.H Clark in der Nähe von Bradford. Er verfügte nun in den kommenden Wochen nicht mehr über die Zeit, um
nächtelang in den entsprechenden Bezirken der Städte nach seinen Opfern zu suchen. Außerdem hatten viele Prostituierte, aus Angst vor den Ripper, ihren Job aufgegeben.
Die Polizei zeigte zunächst in dem Milieu - in Form von verstärkten Streifenfahrten - viel Präsenz. Doch der Mensch vergisst schnell. Anfang 1977 gab es in Chapeltown/Leeds
mehr Prostituierte als je zuvor. Auch Sutcliffe war diese Tatsache aufgefallen. Er müsste wohl wieder ein Zeichen setzen, dachte er verärgert.
John
Bolton joggte auch am Sonntag, dem 6.Februar 1977, wie gewöhnlich  Tatort am Soldier
Field Sportplatz in Leeds. Gegen 7.30 Uhr lief er an der Rückfront der Umkleidekabinen und an einer Baumgruppe vorbei. Dort lag eine scheinbar bewusstlose Frau,
die halb mit einem Wildledermantel zugedeckt war. Bolton wollte ihr helfen und sprach sie an. Als er näher trat und ihr einige Haarsträhnen aus dem
Gesicht strich, sah er getrocknetes Blut und gebrochene Augen, die ihn anstarrten. Noch am selben Tag konnte die Identität der Toten festgestellt werden. Es handelte
sich um die 28-jährige Prostituierte  Spurensuche am Tatort
Irene Richardson aus Blackpool. Die Beamten der Spurensicherung konnten im weichen Boden 4 Autoreifenabdrücke sichern. An dem gesuchten Fahrzeug waren neue
Reifen von drei verschiedenen Herstellern montiert, die keinerlei spezifischen Merkmale aufwiesen. Aufgrund der Spurbreite konnten die Abdrücke zu fünf
Fahrzeugmodellen in 26 unterschiedlichen Ausführungen zugeordnet werden, doch allein im Bezirk West Yorkshire fuhren 100.000 solcher Fahrzeuge.
Eine gezielte Suche war praktisch unmöglich. Überraschenderweise hatte die Polizei auch schon einen vermeintlichen Hauptverdächtigen. Steven Bray, den letzte Liebhaber
der ermordeten Irene Richardson. Aber der 38-jährige Türsteher konnte nicht vernommen werden, da er vor einem Jahr von einem Hafturlaub nicht ins Gefängnis
zurückgekehrt war.
Mit der Zeit konnten die Kriminalbeamten die letzten Wochen der Ermordeten rekonstruieren. Irene
 Irene Richardson Richardson lebte seit geraumer Zeit von ihrem Mann
George getrennt, ihre 2 kleinen Töchter wuchsen in Pflegefamilien auf. Nachdem auch Steven Bray sie vor einigen Wochen verlassen hatte, war sie ohne
Geld und einer Bleibe im Rotlichtbezirk von Leeds gestrandet. Dort schlief Irene in öffentlichen Toiletten und ging abends anschaffen. Auch am
5.Februar wartete die Prostituierte in der Nähe des Gaiety Pubs auf Freier. Gegen 23.15 Uhr bemerkte sie einen weißen Ford Corsair, der im Schritttempo an der Parade der
Prostituierten vorbeifuhr. Als der Wagen kurz anhielt, öffnete Irene Richardson die Beifahrertür und setzte sich wortlos auf den Beifahrersitz. Der verblüffte Fahrer, Peter
Sutcliffe, sagte ihr, dass er eigentlich nichts von ihr wolle. Doch unglücklicherweise versprach ihm die Prostituierte, dass sie ihm eine "gute Zeit"
bereiten würde. Schließlich stimmte Sutcliffe zu und Irene Richardson dirigierte ihren Freier zum Sportplatz Soldier Field.
Er
fuhr an die Rückfront der Umkleidekabinen. CSI Jim Hobson am Tatort Die
Prostituierte stieg aus und wollte kurz die dortigen Toiletten aufsuchen. Doch die Türen waren verschlossen. Irene hockte sich auf den Rasen, um dort zu
urinieren. Nun stieg Peter Sutcliffe, mit einem Kugelkopfhammer in der Hand, aus seinem Wagen. Er lief zu ihr und schlug gleich mehrmals zu. Sutcliffe zog ihr
die Strumpfhose und die beiden Slips herunter, stach der Bewusstlosen mit einem Messer in den Unterleib, Bauch und zuletzt in den Nacken. Er stellte
die Stiefel des Opfers auf deren Oberschenkel und deckte dann die Leiche halb mit deren Mantel zu. Anschließend fuhr er zurück nach Bradford in den
Stadtteil Heaton, wo er mit seiner Frau vor kurzen ein Haus erstanden hatte. Aber bevor Sutcliffe das Haus betrat, kontrollierte er seine Kleidung auf
eventuelle Blutspuren. Erst dann öffnete er zufrieden die Haustür. Steven Bray wurde am 16.März von der Polizei in London festgenommen. Aber beim Verhör
stellte sich schnell heraus, dass Bray für die Tatzeit ein Alibi hatte und somit nicht der Mörder sein konnte.
Nach der Obduktion
der Leiche und den Begleitumständen ihres gewaltsamen Todes, hatte die Polizei nun die Klarheit, dass auch Irene Richardson Opfer des Yorkshire Rippers geworden
war. Kurze Zeit später begab sich Peter Sutcliffe wieder auf die Suche, doch wegen des Medienrummels um die Prostituiertenmorde in Leeds, verlagerte er sein
Jagdrevier in den Rotlichtbezirk von Bradford. Wie die meisten Prostituierten, hatte auch Patricia Tina Atkinson Angst vor einer Attacke des Rippers. Doch da
bis dato alle Taten in der Gegend um Leeds geschahen, wähnte sich die 32-jährige in relativer Sicherheit.
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