Am Samstag, den 9.Juli 1977 kurz nach 2 Uhr morgens, verließ
Maureen Long Maureen Long die Diskothek "Mecca" und torkelte zum nächsten Taxistand. Sie beabsichtigte, die Nacht in der Wohnung
ihres, von ihr getrennt lebenden Ehegatten zu verbringen. Peter Sutcliffe sah seine Chance gekommen, hielt neben Maureen und bot ihr an, sie nach
Hause zu fahren. Die 42-Jährige stieg ein und erklärte ihm den Weg. Als sie das Ziel erreichten, sagte Maureen Long zu Sutcliffe, dass er
gerne mit hoch kommen könnte. Tatort Aber zunächst müsste
sie nachsehen, ob ihr Noch-Ehemann in der Wohnung war. Enttäuscht kam die Gelegenheitsprostituierte nach einigen Minuten zurück, und sagte,
dass die Wohnung nicht frei wäre, sie aber ein lauschiges Plätzchen kennen würde. So dirigierte sie Sutcliffe zu einer Industriebrache in
der Bowling Back Lane. Dort stieg sie aus dem Wagen, um zu urinieren. Wieder war für Peter Sutcliffe der entscheidende Moment gekommen. Er lief
zu der Frau und schlug mit dem Hammer zu. Erst jetzt bemerkte Sutcliffe einen in der Nähe stehenden Wohnwagen mit beleuchteten Fenstern. Doch da
Maureen Long geräuschlos zusammen gebrochen war, wartete er einen Moment ab und schob dann seinem Opfer die Kleidung hoch. Anschließend stach
Sutcliffe ihr in die Brust und den Rücken. Lautes und vor allen Dingen nahes Hundegebell ließ ihn verharren. Er nahm sein Werkzeug und verließ
fluchtartig den Tatort.
Dabei wurde Sutcliffe von einem in der Nähe arbeitenden Wachmann beobachtet, der später
gegenüber der Polizei versicherte, dass es sich bei dem davon rasenden Wagen um einen weißen Ford Cortina Mark II mit schwarzem Vinyldach gehandelt habe.
Maureen Long wurde erst gegen 8.30 Uhr von den beiden Bewohnerinnen des Wohnwagens entdeckt. Sie überlebte dank einer sofortigen Notoperation.
Der herbeigerufene Leiter der Ripper-Kommission, George Oldfield, ließ den Tatort großflächig absperren und absuchen. Dabei entdeckte die Polizei
auf einem halb zerschlagenen Spülstein unbrauchbare Fragmente eines blutigen Fingerabdrucks. Bei der Befragung konnte Maureen Long den Täter gut
beschreiben, doch die polizeilichen Ermittlungen verliefen weiterhin glücklos.
Als Peter Sutcliffe in der Zeitung
las, dass sein letztes Opfer überlebt hatte, bekam er panische Angst. Er war überzeugt, dass jeden Moment die Polizei vor seiner Haustür stehen würde,
um ihn festzunehmen. Er musste seine "Missionen" gründlicher planen und durchführen! Als erstes verkaufte er den weißen Ford Corsair an einem Bekannten.
 Terry Hawkshaw Einige Wochen später war Sutcliffe mit seiner Frau
Sonia in einem Einkaufscenter unterwegs. Plötzlich kam ihnen Maureen Long entgegen. Sutcliffe rechnete damit, dass sie laut schreiend auf ihn zeigen würde, doch
Maureen schaute an ihm vorbei und erkannte ihren Peiniger nicht. Nur mit äußerster Mühe gelang es Peter Sutcliffe seine Selbstbeherrschung zu bewahren und sich gegenüber
seiner Frau unauffällig zu verhalten. Währenddessen forcierte George Oldfield die Ermittlungen. Hunderte Polizeibeamte interviewten 175.000 Personen (!), nahmen 12.500
Aussagen entgegen und kontrollierten mehr als 10.000 Fahrzeuge. In der Grafschaft West Yorkshire fuhren tausende von Ford Cortinas herum, ein Großteil davon wurden als Taxis
genutzt. Bei den Kontrollen fiel der Polizei der 36-jährige Taxifahrer Terry Hawkshaw auf. Hawkshaw hatte für die Tattage der Morde keine überzeugenden Alibis, und die
Täterbeschreibung passte auf ihn. Doch nach mehreren stundenlangen Vernehmungen und einer Hausdurchsuchung mussten sie den Mann laufen lassen. Allerdings
ordnete ACC Oldfield weiterhin eine Beschattung Hawkshaws an.
Am 26.September zog Peter Sutcliffe mit seiner Frau, die inzwischen
als Grundschullehrerin arbeitete, in ein eigenes Haus in den Stadtteil Heaton in Bradford. Er kaufte sich einen gebrauchten roten Ford Corsair, mit dem Sutcliffe
am 1.Oktober eine Testfahrt nach Manchester unternahm. Kurz nach 21 Uhr durchquerte er den Stadtteil Moss Side und entdeckte am Straßenrand einige Prostituierte.
 Jean Jordan Sofort fiel ihm eine junge schlanke Frau auf, die an einem Wagen
stand und bei geöffneter Beifahrertür mit dem Fahrer und potentiellen Freier sprach. Als Peter Sutcliffe direkt dahinter parkte, schaute Jean Bernadette Jordan in seine
Richtung, schlug die Wagentür zu und ging in Richtung Sutcliffes roten Ford Corsair. ("Ich denke, sie beging in diesem Moment den größten Fehler ihres Lebens"
[sic!], sagte Peter Sutcliffe bei seiner Vernehmung Jahre später). Schnell wurde man sich handelseinig. Die gebürtige Schottin lotste ihn in die Nähe des Südfriedhofs
im Stadtteil Corlton, dem so genannten "Arbeitsgebiet" des Straßenstrichs. Als die 20-jährige Mutter zweier kleiner Jungen ihren Freier fragen wollte, was für Praktiken
er bevorzuge, schlug Peter Sutcliffe mit einen Hammer, den offensichtlich der Vorbesitzer seines neuen Eigenheims in der Garage vergessen hatte, zu. Jean Jordan schrie
laut auf. Das ließ Sutcliffe Wut und Hass erst recht hochkommen, und er schlug weitere 12-mal zu. Dann näherten sich von hinten zwei Autos. Sutcliffe zog die Leiche
unter einer Gruppe dichter Büsche, kroch auf allen vieren zu seinem Fahrzeug und fuhr zurück nach Bradford.
Noch unterwegs fiel Peter
Sutcliffe ein, dass er etwas vergessen hatte. In der Handtasche der Prostituierten befand sich ein neuer 5 Pfund-Geldschein, den er ihr gegeben hatte. Dieser Schein
stammte aus seiner letzten Lohntüte (Früher wurde der Lohn (Bargeld) von den Arbeitgebern direkt in einer verschlossenen Papiertüte an ihre Arbeitnehmer ausgehändigt.
Anmerk. d. Autors). Doch es schien ihm zu gefährlich zum Tatort zurück zu kehren. In den darauf folgenden Tagen wartete Peter Sutcliffe vergebens auf Zeitungsberichte
über seine Tat oder zumindest auf eine Vermisstenmeldung. Aber niemand hatte die Leiche entdeckt. Jean Jordans Freund Alan Royle nahm an, dass Jean sich bei
Verwandten in Schottland aufhielt.
Am 9.Oktober luden die Sutcliffes ihre Verwandtschaft zu einer Hauseinweihungsparty ein. Gegen 23
Uhr fuhr Peter Sutcliffe einige Gäste nach Hause. Dies nutzte er für einen Abstecher nach Manchester. Er fand sofort die Leiche von Jean Jordan wieder und suchte nach
der Handtasche. Doch Sutcliffe konnte sie nicht finden. Frustriert zog er die Leiche komplett aus und stach ihr immer wieder in den Unterleib. Dann drehte er sie
und schlitzte den Rücken auf. Doch er war noch nicht befriedigt. Im Wagen fand er eine Handsäge und versuchte, damit den Kopf der Toten abzutrennen. Doch das Sägeblatt
war zu stumpf, und Sutcliffe gab schließlich auf. Dann kontrollierte er sein Kleidung auf Blutspuren, reinigte im Gras seine Schuhe und kehrte nach Bradford zurück.
Sonia war offensichtlich nicht aufgefallen, dass er recht lange fort gewesen war. Diese Tatsache sollte sich für Peter Sutcliffe schon bald als sehr hilfreich erweisen.
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