Am folgenden Morgen entdeckte ein entsetzter Arbeiter die misshandelte Leiche. Jean Jordans Handtasche wurde erst 6 Tage später, am 15.Oktober gefunden. Sie lag 60 Meter von dem
Leichenfundort entfernt unter einem Busch. Anhand der Seriennummer des Geldscheins konnte die Polizei ermitteln, dass die "Bank of England" erst 3 Tage vor dem Mord
Lohngelder in Höhe von 127.500 Pfund (ca. EUR 210.000) an 30 Firmen mit insgesamt 8000 Arbeitnehmern in Bradford ausgezahlt hatte. Am 2.November tauchten erstmalig auch bei
Peter Sutcliffe 2 Detectives auf, die zunächst seine 5 Pfundnoten überprüfen wollten und feststellten, dass diese nicht aus der gesuchten Serie stammten. Danach fragte sie ihn nach seinem Alibi für den
Tatabend. Peter Sutcliffe war den ganzen Abend auf der eigenen Hauseinweihungsparty gewesen, was natürlich nicht ganz richtig war. Aber seine Ehefrau Sonia bestätigte Peters Aussage. Sutcliffe fühlte sich
nun unbesiegbar, lachte über die unfähige Polizei, die immer noch im Dunkeln tappte - es wurde Zeit, seine gottgegebene Mission fortzuführen.
Währenddessen
 CSI Jack Ridgeway befragten die Polizisten aus Manchester noch bis Mitte Januar 1978 die Arbeiter
in Bradford. Dann kehrten sie ergebnislos zurück. Doch der Chef der Einheit, CSI Jack Ridgeway, war sich zu 100 Prozent sicher, dass seine Beamten im Verlauf der Überprüfungen auch
mit den Ripper gesprochen hatten. Am 14.Dezember 1977 war Peter Sutcliffe wieder in Chapeltown/Leeds unterwegs, um sich sein nächstes Opfer zu suchen. Gegen 20.30 Uhr
 Marilyn Mooresprach er die 25-jährige Marilyn Moore an. Man einigte sich über den
Preis und fuhr zu einem Brachgelände einer alten Mühle, nur 180 Meter von dem Sportplatz entfernt, wo Sutcliffe vor knapp 2 Jahren Wilma McCann ermordet hatte.
Gegenüber Marilyn Moore stellte er sich als "Dave" vor. Sutcliffe schlug als idealen Ort für ihr Vorhaben die Rückbank seines Wagens vor. Also stieg die Prostituierte aus und
bewegte sich zur hinteren Tür des Fords. "Dave" Peter Sutcliffe folgte ihr und holte
mit dem Hammer aus, verlor aber im Matsch das Gleichgewicht, so dass der Schlag nicht zielgenau war und an Kraft verlor. Marilyn Moore schrie um ihr Leben und genau das stachelte
ihren Peiniger an. Unter wüsten Beschimpfungen ("Du dreckige Nutte"; "Du Hurensau" [sic!]) schlug er noch 2-mal zu, bis die Prostituierte bewusstlos zusammenbrach.
Dann bemerkte Sutcliffe in 40 Meter Entfernung einige vorbei gehende Passanten. Schnell setzte er sich ins Auto und fuhr direkt nach Hause. Marilyn Moore überlebte die Attacke.
Nachdem sie sich einigermaßen von der Schädeloperation erholt hatte, konnte sie der Polizei eine gute Beschreibung von "Dave" geben. Allerdings war sie sich sicher,
dass der Täter mit Liverpooler Akzent gesprochen hatte und einen viertürigen Morris Oxford oder Austin A5 fuhr.
Die 21-jährige Prostituierte
Yvonne Pearson steckte in einer Zwickmühle. Sie war Anfang Januar wegen gewerbsmäßiger Prostitution kurzzeitig verhaftet worden. Nun drohte man, ihre beiden Kinder (zwei 2
 Yvonne PearsonJahre und 5 Monate alten Mädchen) wegzunehmen, falls sie weiterhin zu Hause
Freier empfing. Doch nachdem zwei ihrer Freundinnen, Tina Atkinson und Jayne McIntosh, die wegen der Rippermorde nach London gezogen war und tragischerweise dort ermordet wurde, nun tot waren, erhoffte
Yvonne sich mit der "Heimarbeit" ein wenig mehr Sicherheit. Doch Geldmangel und der zunehmende Druck ihres Zuhälters trieben sie wieder auf den Straßenstrich von Bradford, wo
sie am 21. Januar spurlos verschwand. Peter Sutcliffe hatte Yvonne Pearson, wie üblich, aufgegriffen und war mit ihr zu einem Brachgelände gefahren. Dort schlug er sie mehrfach
mit den Hammer. Als die Schwerverletzte wimmerte, nahm Sutcliffe eine Büschel Pferdehaar, das neben einem alten Sofa lag und stopfte es Yvonne Pearson in den Mund. Dann sprang
er der Prostituierten mit aller Gewalt mehrfach auf den Oberkörper bis die Rippen brachen. Sutcliffe entschuldigte sich, zum ersten Mal, bei seinem wahrscheinlich schon toten Opfer und
schob den Körper unter das Sofa. Anschließend verließ er die Gegend. Auf Nachfrage der Presse, ob Yvonne Pearson möglicherweise ein Opfer des Yorkshire-Rippers geworden war,
sagte der Polizeisprecher, es gäbe in diese Richtung keine Hinweise, die diese Vermutung bestätigen.
Zehn Tage später verlagerte Peter Sutcliffe sein Operationsgebiet nach Huddersfield.
Mit geübtem Blick durchstreife er die heruntergekommene Gegend der Stadt. In der Great Northern Street, einer mit Schlaglöchern übersäten Straße, verkauften Männer und Frauen gleich neben
einem Schlachthof und einer Holzhandlung ihre Körper. Gegen 21.10 Uhr wurden dort die beiden Zwillinge Helen und Rita Rytka mit ihren ersten Freier, an diesem verschneiten Dienstagabend, handelseinig.
 Helen RytkaNach jeden Freier, so hatte sich die beiden 18-jährigen Frauen abgesprochen, sollte die eine auf
die Rückkehr der anderen warten. Eine reine Sicherheitsmaßnahme. Um ca. 21.25 Uhr kehrte Helen als erste zurück. Doch die 5 Pfund-Note ihres nächsten Freiers war zu verlockend, als das
Helen auf Rita warten wollte. So stieg sie zu Peter Sutcliffe ins Auto und beide fuhren auf das weitläufige Gelände der Holzhandlung. Dort schlug Helen die Rückbank vor. Wieder wartete
Sutcliffe mit dem Hammer in der Hand, bis die Prostituierte die hintere Fahrzeugtür öffnete. Genau in der Sekunde, als Helen Rytka sich bückte um einzusteigen, schlug er zu. Aber der
Hammerschlag verfehlte sein Ziel und demolierte zusätzlich das Wagendach. Erschrocken fragte Helen, was das denn gewesen sei. "Eine kleine Kostprobe von dem, was jetzt folgt", antwortete Peter
Sutcliffe. Dann streckte er sie mit mehreren Hieben nieder. Erst jetzt fiel ihm auf, dass sie sich im Einsichtsbereich zweier Taxen, die in der Nähe auf Kunden warteten, befanden. Also zog er sein Opfer an den
Haaren hinter einem Stapel Holzbohlen. Dort vergewaltigte er die halb ohnmächtige Helen Rytka, das die ganze Zeit vor Schmerzen stöhnte. Sutcliffe holte ein Küchenmesser aus seinem Ford und stach es ihr 6-mal in
den Oberkörper. Dann kehrte er nach Bradford zurück, reinige das Messer und stellte es zurück in den Messerblock in der Küche.
Ein Arbeiter der Holzhandlung entdeckte
 ACC Oldfield am Leichenfundortam folgenden Tag einen blutigen Slip und hängte ihn zur Belustigung seiner Kollegen
an einem Zaun auf. Nichts Ungewöhnliches in dieser Gegend. Rita Rytka meldete ihre Schwester am Tag darauf als vermisst, doch erst am 3.Februar erschnüffelte ein Leichenspürhund der Polizei Helens Leiche hinter
einem Holzstapel. George Oldfield eilte sofort mit den erschöpften Beamten der unterbesetzten Ripper-Ermittlergruppe, die tausende von Überstunden vor sich hinschoben, nach Huddersfield. Dort konnten 104 Fahrzeuge
und 118 Personen ermittelt werden, die sich am Tatabend in der Great Northern Street aufgehalten hatten. Doch von allen Überprüften kam niemand als Täter infrage. Zu dem Zeitpunkt hatte die Jagd nach dem
Yorkshire-Ripper den englischen Steuerzahlern bereits weit über eine Millionen Pfund gekostet. Da der Druck auf die Sonderkommission zunahm, klammerte sich die Behörde an jeden Strohhalm.
So wurde der frühere Verdächtige Terry Hawkshaw erneut festgenommen, musste allerdings bald wieder entlassen werden.
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