Am 10.März 1978 erreichte der erste von drei Briefen, die direkt an ACC George Oldield gerichtet waren, die Einsatzzentrale der "Yorkshire-Ripper"-Sonderkommission in Wakefield.
Dem Verfasser der Briefe wurde später - von der Presse - der Spitzname "Wearside Jack" gegeben.Sehr geehrter Herr, leider kann ich Ihnen aus ersichtlichen Gründen meinen Namen nicht nennen.
Ich bin der Ripper. Die Presse bezeichnet mich als einen Wahnsinnigen, aber Sie nicht, Sie beschreiben mich als intelligent und das bin ich auch. Sie und Ihre Kollegen
haben ja keine Ahnung, ich habe mich angesichts der Phantomzeichnung in der Zeitung halb totgelacht und von wegen, ich würde Selbstmord begehen, keine Chance. Ich habe noch
einiges zu erledigen. Meine Absicht ist es, die Straßen von den Schlampen zu reinigen. Ich bedauere nur, das mit der jungen McDonald, hab es nicht gewusst. Sind jetzt schon
8, Ihr sagt 7, aber vergisst Preston 75 nicht. Sie haben schon Recht, ich komme viel rum. Wahrscheinlich werdet Ihr mich nun in Sunderland
suchen, aber ich bin doch nicht dumm, habe den Brief auf meinen Fahrten dort eingeworfen. Gar nicht schlecht dort, im Vergleich zu Chapeltown oder Manningham oder anderen Städten. Sag den
Huren, sie sollen von der Straße wegbleiben, mich juckt es schon wieder. Tut mir leid wegen der Kleinen. Hochachtungsvoll Jack the Ripper Vielleicht schreibe ich wieder mal, bin mir
nicht sicher, ob die letzte es überhaupt verdient hatte. Die Huren werden immer jünger. Die nächste wird hoffentlich eine alte Schlampe sein. Aber nie wieder Huddersfield, zu klein, beim letzten Mal
wurde es ja ziemlich eng. Erläuterungen zum Brief:
 Joan HarrisonDie 26-jährige Prostituierte Joan Harrison
wurde am 23.November 1975 in Preston ermordet. Der Täter hatte ihr mit ihren eigenen Stiefeln mehrfach auf den Kopf geschlagen, sie regelrecht totgetreten und ihr, Post Mortem, in die linke Brust
gebissen. Während die Polizei den Mordfall Harrison nicht zu den des "Yorkshire Rippers" zählte, sprach die Presse bereits von einem zweiten Mörder, den sie auf den Namen "Copycat-Killer" (Nachahmungsmörder) tauften.
Später entstand die Theorie, dass der kleine irische Mann in schmutziger Arbeitskleidung, der angeblich Emily Jacksons letzter Freier gewesen sein soll, parallel zu dem Ripper mordend durch
Nordengland zog. Aber bis heute ist diese Vermutung nur eine Theorie - der Unbekannte wurde nie gefunden.
Nur 3 Tage später folgte der zweite Brief. Wieder mit Poststempel aus Sunderland:Sehr geehrter
Herr, ich habe bereits an Chief Constable George Oldfield, einen Mann, den ich respektiere, wegen der neuerlichen Rippermorde geschrieben. Ich hab es Ihm gesagt und sag es Ihnen jetzt auch, warnt die Huren,
ich komme bald wieder, sobald es ruhiger geworden ist. Wegen dem McDonald-Mädchen tut es mir leid, wusste ja nicht, dass sie anständig ist. 8 Morde inzwischen, Ihr sagt 7, aber vergesst Preston 75 nicht. Es ist
so leicht, sie auszuwählen, man muss sich nicht anstrengen, dachte, die lernen dazu, tun sie aber nicht. Sind alle ganz jung, dass nächste nehme ich eine Ältere. Die Polizei hat keine Spur, ich hinterlasse auch
keine, denn ich bin schlau. Und sucht mich nicht in Sunderland, bin doch nicht blöd, war nur auf der Durchreise. Kein schlechter Ort im Vergleich zu Chapeltown und Manningham. Nicht so viele Huren dort. Vergesst
nicht, sie zu warnen, mich juckt es schon wieder. Tut mir leid wegen dem jungen Mädchen. Hochachtungsvoll Jack the Ripper Schreibe vielleicht mal wieder in einer Woche oder so. Vielleicht gehe ich nach
Liverpool oder Manchester. Zu gefährlich hier in Yorkshire. Ich habe euch gewarnt, dass nächste Mal seid Ihr und die Huren selbst Schuld. Während in Bradford die Menschen ihren
Alttag nachgingen, entdeckte am 26.März ein Spaziergänger einen Arm unter einem verrotteten Sofa hervorstehen. Die Polizei fand dort die inzwischen verweste Leiche der seit 2 Monaten vermissten Yvonne Pearson. Da unter
dem Arm der Leiche eine Ausgabe des "Daily Mirrors" vom 21.Februar lag, die Prostituierte aber schon zu dem Zeitpunkt seit einem Monat tot war, wurde offensichtlich, dass ihr Mörder höchstwahrscheinlich in Februar erneut zum Tatort zurückkehrte und sich an
dem Anblick seines Opfers ergötzt hatte. Wieder einmal zeigte sich, wie unglücklich die Polizei agierte. Bei der Obduktion von Yvonne Pearson stellte der zuständige Gerichtsmediziner fälschlicherweise fest, dass sie mit
einem schweren Stein geschlagen wurde. Nicht nur, dass nun einige Polizisten bezweifelten, dass die Prostituierte dem "Yorkshire-Ripper" zum Opfer gefallen war, sondern das die Beamten jetzt mehr als eine Tonne Gesteinsbrocken
zu untersuchen hatten, die in Tatortnähe lagen. Nebenbei wurde auch noch die Polizisten der Ripper-Ermittlergruppe zu jeden Prostituiertenmord, und davon gab es in Nordengland gegen Ende des letzten
Jahrhunderts nicht gerade wenige, hinzugezogen.
Jetzt schaltete sich wieder Polizeichef Gregory in die Ermittlungen ein. Es musste etwas geschehen. Der Ruf der Presse und der Öffentlichkeit nach den Spezialisten
von New Scotland Yard aus London wurde immer lauter, doch die British Police wollte sich den Fall nicht aus der Hand nehmen lassen. Bereits zu diesem Zeitpunkt hatten etliche Beamte frustriert
ihren Dienst quittiert. Um effizienter arbeiten zu können, wurde nun die "Ripper Squad", bestehend aus den 12 besten Kriminalbeamten Vera Millward
der Region, gegründet. Am 16.Mai 1978 schlug der Yorkshire-Ripper wieder zu. Das Opfer war die 41-jährige Vera Millard aus Hulme/Manchester. An diesen Donnerstag
Auffindesituation (Tatort)verließ die 7-fache Mutter gegen 22 Uhr ihre Wohnung, um Zigaretten zu holen. Auf dem Rückweg traf sie durch Zufall auf einen Freier - ihren Mörder. Sutcliffe fuhr mit der Prostituierten zu einem stadtbekannten
Platz hinter dem Manchester Royal Infirmary Krankenhaus. Als Vera Millard sich auf die Rücksitzbank setzen wollte, schlug er mit den Hammer 3-mal zu. Ein Mann, der zeitgleich seinen Sohn zur Notaufnahme brachte, hörte die Hilfeschreie,
aber deutete sie als Schreie einer Patientin des Krankenhauses, die nach einem Albtraum erwacht sei. Peter Sutcliffe zog ein Messer, schob seinem Opfer die Oberbekleidung hoch und stach in einer derart rasenden Wut zu, dass die Gedärme austraten.
Dann richtete er die Kleidung wieder, knöpfte ihren Mantel zu und stach der Toten zum Schluss in das rechte Auge. Am folgenden Morgen entdeckten Gärtner gegen 8.10 Uhr die Leiche. Die Polizisten konnte am Tatort Reifenspuren, die
mit den von anderen Prostituiertenmorden übereinstimmten, sichern. Vera Millward war die letzte Prostituierte, die der "Yorkshire-Ripper" tötete, aber bei weitem nicht sein letztes Opfer.
Um mehr Ruhe bei den Ermittlungen zu
bekommen, verhängte die Polizei ab Mai eine Nachrichtensperre. Die restlichen Monate des Jahres geschahen keine weiteren Morde nach dem entsprechenden Modus Operandi, so dass die Öffentlichkeit und auch einige Polizisten aufatmeten.
Vielleicht war der Ripper ja tot - verunglückt oder an einer Krankheit gestorben. Erst später wurde bekannt, dass zu der Zeit mehrere Polizisten aufgrund schlampiger Ermittlungen suspendiert wurden. Am 8.November verstarb Sutcliffes
Mutter Kathleen nach langer Krankheit im Alter von 59 Jahren. Dafür, so schwor sich Peter, müsse demnächst jemand büßen. Am 13.November tauchten erneut 2 Polizisten bei Peter Sutcliffe auf. Sie kontrollierten all die Kennzeichen, die
von ihren Kollegen in den Rotlichtbezirken der nahen Städte notiert worden waren. Sutcliffe und auch seine Frau Sonia waren der Meinung, sie hätten in Nacht, als Vera Millward ermordet worden war, eine Diskothek in Tatortnähe besucht.
Beide waren sich aber bei dieser Aussage nicht sicher. Einer der beiden Polizisten, DC Peter Smith, klingelte 10 Tage später erneut an Sutcliffes Haustür. Inzwischen war Peter Sutcliffe eingefallen, dass er zur Tatzeit bereits seinen
roten Ford Corsair verkauft hatte. So überprüfe der Polizist den neuen Besitzer und die Reifen des Wagens. Aber der neue Besitzer hatte inzwischen einen kompletten Satz neuer Reifen gekauft und aufgezogen.
|