John Gacy brachte dringend neue Erdgräber in seinem Kriechboden. Seit einigen Wochen lebte und arbeitete der
Teenager David Cram bei Gacy und bewohnte das Gästeschlafzimmer. Gacy erklärte ihm die Arbeit im Keller. Wie Gregory Godzik einige Monate
 John Gacy als "Patches" vorher, sollte Cram an bestimmten
Stellen Gräben für Drenagerohre ausheben. Als Cram eines Abends Feierabend machte, fand er im Wohnzimmer seinen betrunkenen Chef im Clownskostüm
auf den Sofa sitzend, vor. Gacy lud ihn auf ein paar Maitai-Cocktails ein. Dann zeigte er seinem Angestellten den "Magischen Handschellen"-Trick.
Plötzlich fing der Clown hysterisch zu lachen an, stieß David Cram mehrmals den Zeigefinger in die Rippen und verfiel in den kindlichen
Singsang: "Ha-Ha ... stört dich das? Ha - Ha ... stört dich das? Ha - Ha ...". Worauf Cram wütend antwortete:" Mach sofort die Handschellen los.
Ich trete dir in deinen fetten Arsch!" Plötzlich ging in Gacy ein Veränderung vor. Er wurde zunächst ruhig, knurrte dann wie ein Hund, griff
den gefesselten Cram an den Armen und schleuderte ihn durch das Zimmer. Dabei sagte er lächelnd, dass er Cram nun vergewaltigen würde. Dieser
war sofort stocknüchtern und trat seinen Chef regelrecht um. Bevor John Gacy wieder auf den Beinen war, hatte Cram sich bereits die
Handschellenschlüssel vom Wohnzimmertisch genommen und flüchtete in sein Zimmer. Am folgenden Morgen, als David Cram sich versichert hatte, dass
Gacy schlief, packte er seine Sachen und verließ die Stadt. Leider ging auch er, wie viel der überlebenden Opfer, nicht zur Polizei.
Über mögliche Anzeigen von Seiten der überlebenden Opfer machte sich der Serienmörder keine Sorgen.
 Robert Winch Mit seinem Ansehen in der Bevölkerung und den souveränen
Auftreten gegen die Ordnungshüter wuchs seine Selbstsicherheit stetig. Der Architekturstudent Russell O. Nelson verschwand am 17.Oktober 1977.
Der 20-Jährige, der demnächst seine Freundin heiraten wollte, rief seine Mutter Norma an, um ihr zum Geburtstag zu gratulieren. Dies war sein
letztes Lebenszeichen - bis er auf Gacy traf. Am 10.November verabschiedete sich der 16-jährige Robert Winch von seiner Mutter und wurde
nie wieder gesehen. Nur eine Woche später traf Tommy Boling auf seinen Mörder. Die letzte Spur des verheirateten 21-Jährigen war ein Anruf
aus einer Bar in Chicago bei seiner Mutter Albenia. John Gacy, der inzwischen unter Schlafstörungen litt, baute seinen Geschäftsbereich
weiter aus. Er bot nun einen Winterdienst an und verkaufte Weihnachtsbäume. Doch seine Sucht nach Macht, Folter und Töten ließ nicht nach - ganz
im Gegenteil. Auf den Weg zu einem Rockkonzert verschwand am 9.Dezember der 19-jährige Marinesoldat David Paul Talsma. Bis zum Ende des Jahres
1977 hatte John Wayne Gacy 19 junge Männer getötet und unter seinem Haus verscharrt. Eine unbekannte Anzahl an zumeist jungen, männlichen Prostituierten
wurde gefoltert und vergewaltigt. Und ein Ende war nicht in Sicht.
In den späten Abendstunden des 30.Dezember verabschiedete
sich der 19-jährige Robert Donnelly von seinen Freunden, mit denen er einige Biere getrunken hatte. Als der Student an einer Haltestelle auf den Bus
wartete, näherte sich ihm langsam ein dunkler Wagen. Als das Fahrzeug auf Höhe der Haltstelle war, blendete der Fahrer einen Suchscheinwerfer auf.
Er rief Donnelly zum Wagen und stellte sich als Polizist vor. Er fragte den jungen Mann nach dessen Ausweis. Als Donnelly danach in seinen Taschen suchte,
richtete der "Polizist" plötzlich eine Waffe auf ihn und zischte: "Steig ein oder ich blas dir den Kopf weg!". Gacy legte dem Mann Handschellen
an und zwang ihn, sich in den Fußraum auf der Beifahrerseite zu quetschen. In Gacys Haus angekommen, trank der übergewichtige Geschäftsmann einige
Longdrinks und beschimpfte Robert Donnelly und die ganze Gesellschaft, die ihm angeblich kein Respekt zollte. Immer wieder schlug er sein Opfer mit dem Handrücken
ins Gesicht. Dann zog Gacy Donnelly die Hose und Unterhose herunter und vergewaltigte ihn. Da Robert teilweise das Bewusstsein verloren hatte, zog ihn
John Gacy ins Badezimmer und steckte Donnellys Kopf in die Badewanne mit kaltem Wasser. Noch während er sein Opfer unter Wasser drückte, schlang Gacy
ihm ein Seil um den Hals. Dann zog er Roberts Kopf aus dem Wasser, lachte und rief: "Das macht Spaß, was? Wie fühlt sich das an?" Anschließend drückte er Robert
Donnelly so lange unter Wasser, bis dieser erneut das Bewusstsein verlor. Als Donnelly wieder zu sich kam, war er splitternackt und hatte die Hände auf dem
Rücken gefesselt. Gacy saß auf der Toilette und sagte: "Man, wir haben heute eine Menge Spaß, oder?" Er stellte sich über Donnelly und urinierte auf ihn. Dabei
lachte er und fragte: "Na, magst du das?" Dann drückte er den Kopf seines Opfers unter Wasser, bis dieser wieder das Bewusstsein verlor.
Als Robert erwachte, lag er neben seinem Peiniger auf dessen Bett. An der Wand wurde ein Homosexuellen-Porno projektiert. John Gacy
befahl ihn, sich mit den Oberkörper an die Wand zu lehnen. Dann holte der Killer eine Pistole und sagte: "Jetzt spielen wir Russisch-Roulette!" Er drückte
Donnelly die Waffe an den Kopf, trat ihm in den Magen und drückte ab. Ein Klicken ertönte, als der Abzugshammer auf die leere Patronenkammer traf.
Gacy setzte Robert wieder die Waffe an den Kopf und drückte erneut ab. Dabei erzählte Gacy im Plauderton, dass er auch schon einige Mädchen ermordet habe,
es ihm aber nicht so viel Spaß gemacht habe wie bei Jungen. Er würgte den gepeinigten Donnelly bis zur Bewusstlosigkeit. Als Robert dieses Mal zu
sich kam, stand der nackte Gacy mit einen großem Gummidildo in der Hand hinter ihm. Er rammt ihn seinem Opfer in den After. Donnelly wollte vor Schmerzen
aufschreien, doch Gacy hatte ihm vorher einen Stofflappen in den Mund gesteckt und geknebelt. Anschließend nahm er seinem Opfer den Lappen heraus und befahl
ihm unter Schlägen und Tritten, sich zu duschen. Dann musste Donnelly sich anziehen. Gacy sagte:" Wir machen nun einen Ausflug. Dort werde ich dich dann umbringen."
Er legte seinem Opfer Handschellen an und zwängte ihn unter Schlägen wieder in den Fußraum des Wagens. Während der Fahrt fragte Gacy neugierig, wie es sich
anfühle, wenn man weiß, dass man gleich stirbt.
Inzwischen war es hell und früh am Morgen. John Gacy fuhr Donnelly zu dessen
Arbeitsstelle, wo der junge Mann in einem Lebensmittelladen einen Teilzeitjob hatte. Großzügig verkündete der Unternehmer
 John Gacys Oldsmobile seinem Opfer, dass er ihn laufen lasse. Sollte Donnelly zur Polizei
gehen, würde er ihn finden. Außerdem würden die Polizisten ihm (Donnelly) eh kein Wort glauben. Robert Donnelly erstattete trotz Gacys Drohung bei der Polizei
eine Anzeige. Er konnte sich an die "PDM Contractor"-Reklame an Gacys Wagen und an das Kennzeichen erinnern. Am 6.Januar 1978 erschienen zwei Polizisten bei Gacy.
Dieser gab sich betont gelassen und bot ihnen Drinks an. Beide lehnten ab und zeigten dem Unternehmer den vorläufigen Haftbefehl. Auf der Wache stimmt
John Gacy der Aussage Donnellys im Großen und Ganzen zu. Doch weder habe er eine Waffe noch Gewalt eingesetzt. Alles sei ohne Zwang geschehen - einfach
nur ein paar Sexsklaven-Spielchen im gegenseitigen Einverständnis. Zu Robert Donnellys Entsetzten glaubte die Staatsanwaltschaft der Aussage des Unternehmers,
und ein stellvertretender Bezirksstaatsanwalt lehnte die Anklage als unbegründet ab! John Gacys Vorhersage trat ein, und er kam wieder aus einer - für ihn -
gefährlichen Situation unbeschadet heraus.
Wann der Serienmörder 1978 wieder das erste Mal mordete, ist nicht bekannt. Das
erste Opfer, das später identifiziert werden konnte, war William Kindred, der am 16.Februar verschwand. Einen Monat später, am 25.März 1978,
 Jeffrey D. Rignall erschien der Student Jeffrey D. Rignall bei der Polizei.
Er erzählte den Beamten, dass er sich am 22.März gegen 1.30 Uhr auf den Weg zu seiner Wohnung in North Side befand. Dann hielt ein dunkler Wagen mit
einem Suchscheinwerfer neben ihn an. Der Fahrer, ein dicklicher Mann Ende Dreißig, fragte den 27-Jährigen, ob er mit ihm Marihuana rauchen wolle. Rignall
willigte ein und stieg in das Auto. Kaum hatte er die Tür zugezogen, lehnte sich der Fahrer zu ihm rüber und drückte Jeffrey einen übel riechenden Lappen
ins Gesicht, worauf er sofort das Bewusstsein verlor. Er wachte, an Händen und Füßen gefesselt, in einem Kellerraum auf, in dem verschiedene Dildos
herumlagen und an der Wand ein Gemälde mit einem Clown hing. Dann wurde er wieder betäubt. Gegen 4.30 Uhr erwachte Jeffrey mit Verbrennungen im Gesicht
(siehe linkes Foto), starken Kopfschmerzen und rektalen Blutungen in einem Schneehaufen im Lincoln Park an der Chicagoer Seeseite auf. Einige Tage später mietete
Rignall ein Auto und stellte sich an die Autobahn und hielt nach Fahrzeugen der Marke Oldsmobile mit dicklichen Fahrern Ausschau. Am dritten Tag hatte er Glück und
sah das entsprechende Fahrzeug. Jeffrey teilte der Polizei das Kennzeichen mit. Doch wieder fehlte es der Staatsanwaltschaft an Beweisen. Daraufhin strebte
Jeffrey Rignall eine Zivilklage gegen John Gacy an. Dieser musste auch am 6.Juli zum Verhör. Aber wegen Überlastung der Gerichte wurden auch in den folgenden
Monaten keine weiteren juristischen Schritte unternommen.
Im April beauftragte die Demokratische Partei John Wayne Gacy mit der
Ausrichtung des Umzugs anlässlich des "Polish Constitution Day" in Chicago. Da er die Schlüssel für die Räume der Partei besaß, brachte er u.a.
seinen ehemaligen Angestellten Dave Edgecombe dorthin. Gacy bot dem jungen Mann $25 an, wenn er einen halben Liter Rum trinken würde. An das Nächste, an dass
Edgecombe sich später erinnern konnte, war die Tatsache, das seine Hände in Handschellen stecken und der erboste Gacy auf ihm hockte und ihn mit den Worten:
"Du Hurensohn wirst nie wieder bei mir kündigen!" anbrüllte. Daves Hund Ivan, ein sibirischer Husky, rettete seinem Herrchen das Leben. Dave Edgecombe
schrie so laut um Hilfe, dass der Hund kräftig an der Tür scharrte und laut bellte. John Gacy, der so in seinem Tatablauf gestört wurde, ließ von seinem Opfer
ab und fuhr den geschockten jungen Mann nach Hause.
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