| Gacy: |
Seid ihr im Kriechboden gewesen? |
John Gacy lässt einen Rosenkranz durch seine Finger gleiten. Als erfahrener Detective, der
lieber den Tatverdächtigen sprechen lässt, schüttelt Mike Albrecht nur leicht den Kopf. |
Gacy: |
Dafür war der Kalk bestimmt. |
| Albrecht: | Was genau meinen Sie? |
| Gacy: |
Der Kalk war für das Abwasser und die Feuchtigkeit - und was ihr da noch so gefunden habt. Aber das waren vier "Johns". Aber ich kenne nicht all ihre
Persönlichkeiten. |
Gacy weist das erste Mal daraufhin, dass er unter der fortgeschrittenen Form der "Persönlichkeitsspaltung" leide. |
Albrecht: | Wie viele Leichen sind im Kriechboden vergraben? |
| Gacy: |
Ich bin mir nicht sicher. |
| Albrecht: | Ist der Junge von der Nisson Apotheke auch dabei? |
| Gacy: | Nein. Er ist nicht dort. Es ist, als wenn man eine Nadel im Heuhaufen finden will - aber ich
könnte ihn wieder aufspüren. |
| Hachmeister: | John, es tut mir leid. Es lastete eine Menge Druck auf uns, und ich
hatte vorhin etwas die Kontrolle über mich verloren. |
| Gacy: | Das ist schon in Ordnung. Ich
verstehe das. Dave, ich will reinen Tisch machen. Ich weiß, das Spiel ist vorbei. Der Kalk war gegen den Geruch. Die Körper liegen dort schon eine ganze Zeit. Und
es gibt noch mehr Leichen, die nicht auf meinem Grundstück liegen. |
Einige Sekunden sagt niemand etwas. Die Polizisten sind -
wegen Gacys Aussage - zu überrascht und zu geschockt. |
Hachmeister: | Aber warum hast du sie ermordet?
|
| Gacy: | Ich bin bisexuell, nicht homosexuell. Ich wendete niemals Zwang an. Alles geschah mit Zustimmung.
Ich habe niemand gezwungen, weil ich für das Kämpfen einfach nicht stark genug bin - besonders aber auch wegen meiner Herzprobleme. Wen habt Ihr denn noch auf dem
Revier? Andere Personen stecken auch mit drin. |
| Albrecht: | Direkt oder indirekt? |
|
Gacy: | Direkt. Sie haben mitgemacht. |
| Albrecht: | Wer hat denn mitgemacht? |
| Gacy: | Meine Angestellten. Ist Czarna auch auf das Revier gebracht worden? Woher wisst Ihr überhaupt,
dass im Kriechboden Leichen liegen? |
| Albrecht: | John, wir sind nur für die Überwachung zuständig. Wir haben nicht
den Durchsuchungsbeschluss gesehen und wissen daher nicht wo unsere Kollegen genau suchen. |
| Gacy: |
Mike, Sie wissen doch auch, dass ich nicht lange im Gefängnis sitzen werde. Ich werde wahrscheinlich nicht einmal einen Tag dort verbringen. |
| Albrecht: | Wollen Sie darauf näher eingehen? |
Gacy zuckt leicht zusammen, antwortet aber
nicht. Detective Robert Schultz kommt in den Verhörraum. |
Schultz: | Also, John. Ich kann mir vorstellen, dass in
Ihrem Kopf eine Menge Wissen ist, das nun raus will. Werden Sie nun mit uns darüber sprechen? |
| Gacy: |
Ich habe viel zu erzählen. Könnten wir wohl in ein anderes Zimmer gehen? Mir ist es hier zu kalt. |
Die Polizisten stimmen zu
und tragen einige Stühle in einen benachbarten Raum mit Heizung. |
Schultz: | John, wo ist Robert Piest? (Gacy schaut
Schultz seltsam an) |
| Schultz: | Der Junge, der bei Nisson's arbeitet. |
| Gacy:
| Oh, ich kenne seinen Namen nicht. Er ist nicht im Kriechboden. |
| Hachmeister: | Wo ist er? |
| Gacy: | Ich weiß wes nicht. Ich habe ihn nicht abtransportiert. |
|
Hachmeister: | Wer dann? |
| Gacy: | Ich kann es nicht sagen. Aber Ihr findet es heraus, wenn LeRoy
(Gacys zweiter Anwalt LeRoy Stevens) herkommt. Er weiß es. Ich habe heute Morgen meinen Anwälten alles erzählt. |
| Hachmeister: |
Sie wissen, John, Sie brauchen nicht mit uns zu sprechen, falls Sie nicht wollen. |
| Gacy: | Ich weiß Bescheid.
|
| Hachmeister: | John, können Sie sich noch daran erinnern, als Ihr Vater starb? Die Gefängnisleitung informierte Sie erst nach
der Beerdigung über seinen Tod. War das nicht so um Weihnachten? |
| Gacy: | Ja, damit komme ich auch heute
noch nicht klar. |
| Hachmeister: | Deshalb wollen wir auch Rob Piests Körper finden - für seine Familie. |
| Gacy: | Die Leiche ist an einem Ort, der rund 1 bis 1 1/2 Stunden von hier entfernt liegt. Ihr werdet ihn niemals
finden. |
| Albrecht: | Wenn Sie mir den Ort nennen und ich den Körper dann nicht finde, werde ich Ihnen zustimmen ... (Albrecht bricht,
von einem Emotionsschub gepackt, die Stimme.) |
| Hachmeister: | Liegt die Leiche oberhalb des Erdbodens oder ist sie vergraben. |
| Gacy: | Oberhalb. |
| Hachmeister: | Wie starb er? |
| Gacy: | Sie wurden alle erdrosselt. Keiner von ihnen wurde gefoltert. Ich zeigte ihnen den Handschellen-Trick. Als
sie gefesselt waren, sagte ich, der Trick sei, im Besitz des Handschellenschlüssels zu sein. Beim Piest-Jungen habe ich dann zweimal ein Seil um den Hals geschlungen. Dann
klingelte das Telefon. Als ich zurückkam, hatte er sich vollgepinkelt. Später habe ich ihn ins Bett gelegt. Da wusste ich schon, dass er tot war. |
Ein Polizist betritt das Zimmer und fordert alle auf, in einen anderen Raum zu wechseln. |
Gacy:
| In spätestens 15 Minuten werde ich dieses Gespräch beenden. |
| Hachmeister: | Wir haben Sie doch nicht unter
Druck gesetzt, oder, John? |
| Gacy: | Nein, alles was ich sagte, war auf freiwilliger Basis. "Jack" mag
keine Homosexuellen. |
| Schultz: | Aber warum muss man dann gleich morden? |
| Gacy: |
Weil die Jungen ihre Körper für $20 verkauft haben. Sie haben sich selbst getötet. |
| Schultz: | Wie konnten sie sich selbst erdrosseln?
|
| Gacy: | Sie haben selbst das Seil um ihren Hals geschlungen. Sie haben sich selbst getötet. |
| Schultz: | Warum haben sie nicht alle unter Ihrem Haus vergraben? Sie hatten doch alles geplant. Niemand sollte je heraus finden, was Sie taten.
|
| Gacy: | Wegen meiner Herzprobleme konnte ich kein Grab mehr schaufeln. Außerdem war der Kriechboden voll.
|
Dieses erste Vernehmung wurde beendet. Anschließend legte man John Gacy einige Fotos von vermissten jungen Männern vor. Er erkannte
John Butkovic, Gregory Godzik und John Szyc (". . . der Junge mit dem lustigen Namen", sagte Gacy lachend. Um kurz nach Mitternacht verweigerte er jedes weitere Wort. Erst
sollten seine Anwälte erscheinen. |