Ende Februar 1979 setzte das langerwartete Tauwetter ein, so dass man wieder die Ausgrabungsarbeiten aufnehmen konnte.
Am 17.März brachen die Polizisten den frostdurchsetzten Boden um den Grillplatz hinter Gacys Haus auf. Dort entdeckten sie die letzte Leiche,
die einen Ehering trug. 12 Tage später, am 27.März 1979 wurden die Grabungsarbeiten offiziell beendet. Gacys Haus war regelrecht entkernt worden
und nur noch ein Gerippe. Nach einer richterlichen Anordnung begann eine Fachfirma am 10.April mit den Abrissarbeiten des Gemäuers. Bereits einen Tag
vorher wurde auch die Ungewissheit der Familie Piest - Vater Harold hatte unbezahlten Urlaub genommen, um die Leiche seines Sohnes zu finden -
beendet. Am späten Nachmittag hatte ein Mann, der 19 Kilometer von der I-55 Brücke entfernt auf einen Pfad entlang des Des Plaines River lief,
in Ufernähe einen Körper entdeckte. Robert J. Piest wurde 9 Tage später beerdigt.
Während John Gacy immer noch
 Richter Louis B. Garippo im Cermak Mental Hospital von einer
Reihe von Psychiatern untersucht wurde, entschieden am 23.April 1979 die Geschworenen der Vorverhandlung, dass der gewichtige Unternehmer
des 33-fachen Mordes angeklagt werden sollte. Der zuständige Richter Louis B. Garippo setzte den Termin zur Auswahl der Geschworenen auf den 28.Januar 1980 fest.
Der Angeklagte John Gacy, der oftmals gelangweilt wirkte, winkte nach Ende des Auswahlverfahrens den Journalisten freundlich zu. Die
Hauptverhandlung begann am Mittwoch, den 6.Februar 1980 in den von Menschen überfüllten Gerichtssaal im Cook County Criminal Courts Building in
Chicago. Im Verlauf der 6-wöchigen Verhandlung sagten über 100 Zeugen, darunter viele Angehörige der Opfer, die teilweise von Trauer und Wut
überwältigt wurden und zusammenbrachen, aus. Gacys Verteidiger  Ronald E. Rohde
Sam Amirante und Robert Motta hofften, mit der Unzurechnungsfähigkeitstheorie ihren Klienten vor der Todesstrafe zu retten. Dies war ebenfalls
die größte Sorge der Staatsanwälte Terry Sullivan, Robert Egan und William Kunkle. Sowohl für die Verteidigung als auch für die Anklage sagten
einige Psychologen aus. Ihre Untersuchungsergebnisse über John Gacys Geisteszustand reichten von überdurchschnittlich Intelligent (IQ 118) bis
zum Borderline-Syndrom und einer fortgeschrittenen Schizophrenie. Der Zeuge Ronald E. Rohde, ebenfalls Bauunternehmer und ein guter Bekannter Gacys,
der ihn seit 1973 kannte, brachte mit seinen schwarzhumorigen Antworten die Zuschauer zu ungewollten Lachern. Aber seine Aussage war nicht gerade für die
Verteidigung förderlich. John Gacy habe ihm eines Tages gesagt, dass er jeden Psychologen auf dieser Welt vorspielen könne, dass er nicht zurechnungsfähig
wäre. So käme er auch ungestraft mit Mord davon - diesen Satz äußerte Gacy offenbar des Öfteren. Außerdem neige John Gacy zu Gewaltausbrüchen
und würde am liebsten die ganze Welt verklagen. Auch hier, wie so oft im Prozess, lieferten sich Sam Amirante und William Kunkle
heiße "Einspruch"- Wortgefechte.
Die emotionsgeladenen Aussagen von Gacys Mutter Marion und seine Schwester Karen Kuzma, die beide über die
Kindheit unter den brutalen Vater berichteten,  Karen Kuzma geb.Gacy / Mutter Marion Gacy
schien die Jury nicht sehr zu beeindrucken. Auch zwei Tage vor Urteilsverkündung hatte John Gacy immer noch seine kumpelhafte Art nicht verloren.
Im Gerichtssaal rief er den Staatsanwalt Terry Sullivan zu, dass bald St.Patrick's Day sei und er nicht Gacys Geburtstagsgeschenk vergessen solle.
Doch Sullivan war nicht zu Spaßen zu Mute - ein Tag vor Gacys Geburtstag wäre Robert Piest 17 Jahre alt geworden. Auch die Geschworenen wollten
John Gacy kein vorzeitiges Geschenk machen. Am 12.März 1980,  Sam Amirante (2004)
nach knapp zweistündiger Beratung, kamen die Geschworenen - 7 Männer und 5 Frauen im Alter zwischen 21 und 71 Jahren - zurück.
Der Gerichtsdiener verlas 33-Mal den Text: "Wir, die Geschworenen, befinden den Angeklagten John Wayne Gacy jr. des Mordes an . . . für schuldig."
Am darauf folgenden Tag fand gegen Mittag die Entscheidung über das Strafmaß statt. Noch einmal gerieten Sam Amirante, der für Gacy eine lebenslange Unterbringung
in der Psychiatrie forderte und William Kunkle, der sagte, dass er kein Lust habe, für Gacys lebenslanger Unterbringung sein hart verdientes Geld (sprich: Steuergelder)
zu verschwenden, aneinander. Daraufhin rief Amirante mit hochrotem Kopf, das Kunkle den Knopf in der Todeszelle persönlich drücken solle. Nach zweistündiger Beratung
wurde John Wayne Gacy gegen 18.30 Uhr von den Geschworenen wegen 12-fachen Mordes zum Tod auf dem Elektrischen Stuhl verurteilt. Er erhielt nur für die Morde ein
Todesurteil, die er nach der Wiedereinführung der Todesstrafe in dem Amerikanischen Bundesstaat Illinois am 21.Juni 1977, begangen hatte.
Der
Verurteilte wurde in den Todestrakt des Menard Correctional Centre in Chester/Illinois eingeliefert. Schon bald konzentrierte sich John Gacy auf das Malen von lustigen
Clown- und Comicbildern.  Henry Brisbon (2003) Unter dem Pseudonym
"Jonny Boy" wurde er in Künstlerkreisen regelrecht berühmt; seine Bilder erzielten Preise zwischen $ 200 und $ 20.000. Bis Anfang Juni 1981 hatte die Polizei
24 der 33 Opfer identifiziert. Die 9 unbekannten Toten wurden am 12.Juni in ein großes Grab beerdigt. Auf dem schlichten Grabstein steht der Satz "We are
remembered" ("Wir bleiben unvergessen"). Am 15.Februar 1983 stach ein Mitgefangener namens Henry Brisbon nach einer verbalen Auseinandersetzung John Gacy
mit einem scharfkantigen Draht in den Arm. (Brisbon hatte 1973 mit drei Komplizen auf der Autobahn I-57 Verkehrspannen vorgetäuscht, dann die helfenden
Menschen überfallen und dabei drei Personen regelrecht hingerichtet. Erst nach den Mord an einen Mitgefangenen wurde Henry Brisbon zum Tode verurteilt. Im Zuge
einer Benadigungswelle am 10.Januar 2003 wurde sein Todesurteil in eine lebenslange Haftstrafe umgewandelt. Anmerk. des Autors). 1984 lehnte das
Oberste Gericht des Bundesstaates Illinois Gacys Revision ab und bestätigte noch einmal das Todesurteil, das nun mittels einer Tödlichen Injektion per
Venenkatheder vollzogen werden sollte. John Gacys Anwälte ging nun vor dem US Supreme Court in Berufung. Aber am 4.März 1985 wurde dieses auch vom Obersten
Gericht der USA abgelehnt.
1988 schrieb John Gacy das Buch "A Question of Doubt" (Eine Frage des Zweifels), in dem er sich
als das 34.Opfer bezeichnet und seine ehemaligen Angestellten beschuldigt, die Leichen unter seinem Haus und ohne sein Wissen, verscharrt zu haben! Denn er
 Das letzte Foto mit Schwester Karenhätte nie die Zeit gehabt, so viele
Jungen zu töten und er wäre auch nie in der von Homosexuellen stark frequentierten Gegend von Chicago gewesen. Doch zu diesem Zeitpunkt glaubte wohl nur
noch seine Mutter Marion an ihren "Jungen" und dessen Unschuld. Sie erlitt einen Schlaganfall und verlor in Folge dessen ihr Gedächtnis. Nach weiteren Schlaganfällen
verstarb Marion Gacy 1989. Im Dezember 1993 ordnete das Illinois Supreme Court, das Oberste Gericht des Bundesstaates Illinois, die Hinrichtung des
Todeskandidaten John Wayne Gacy für den 10.Mai 1994 an. In einem letzten Telefongespräch mit einem Reporter sagte John Gacy:" Es existieren 11 gebundene Bücher,
31 Taschenbücher, zwei Fernsehfilme, ein Film, ein Theaterstück, 5 Lieder und über 5.000 Zeitungsartikel über mich. Was soll ich noch sagen? Aber ich bin
nicht so selbstverliebt, als das mich dieser ganze Müll überhaupt interessiert." Am Morgen des 9.Mai wurde er mit einem Helikopter zum Stateville
Correctional Centre in der Nähe der Stadt Joliet, die im nördlichen Teil Illinois liegt, geflogen. Am Nachmittag durften ihn seine Angehörigen
ein letztes Mal besuchen. Die Anstaltsleitung erlaubte ihnen ein Picknick in dem Gefängnisgarten. John Gacy bestellte für seine letzte Mahlzeit Kentucky
Fried Chicken (Gegrilltes Hähnchen), gegrillte Shrimps, Pommes Frites, frische Erdbeeren und eine Diet Cola.
Während vor
dem Gefängnis hunderte von Menschen, die sich zum Teil als Clowns verkleidet hatten, in Sprechchören "Kill him! Kill him!" (Tötet ihn! Tötet ihn!") skandierten,
wurde Gacy um exakt eine Minute nach Mitternacht in Begleitung eines Geistlichen in den Hinrichtungsraum geführt. Die meisten Todeskandidaten sacken wenige
Minuten vor der Hinrichtung verzweifelt in sich zusammen. Nicht so John Gacy; er schwatzte ohne Unterbrechung. Nach den obligatorischen letzten Anruf beim
Governeur des Staates Illinois, der das Urteil bestätigte, wurde der Delinquent auf eine Liege festgeschnallt. Anschließend setzten zwei medizinische Techniker
den Venenkatheder. Man öffnete den Vorhang zum Zuschauerraum, in dem 42 Zeugen saßen, die nun einen freien Blick durch ein Fenster auf den Ort der Hinrichtung
hatten.
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