Dieser hatte vor Monaten Voorhees gefragt, ob er ihm bei einigen sexuellen Experimenten, die Gacy für die
 Donald Voorhees jr. Regierung durchführen
sollte, assistieren würde. Er bot dem Jungen dafür 50 Dollar an. Donald war bei diesem verlockenden Angebot, als Assistent
schnell viel Geld zu verdienen, sofort einverstanden - ohne allerdings zu ahnen, was sein Chef genau vorhatte. John Gacy traf sich
über einen längeren Zeitraum mit Vorhees in Motels und in Gacys Haus. Er machte den Jugendlichen mit Whisky gefügig und verlangte
dann Oralsex. Zum Schluss fragte er sein Opfer über dessen momentane Gefühle und körperliche Reaktionen aus, und gab ihm ein paar
Dollar als "Lohn". Mit der Zeit bekam der - aus heutiger Sicht - naive Donald Voorhees Gewissensbisse und Schuldgefühle. Auch
Gacy bemerkte dies und drohte dem Jungen, über die "Experimente" zu schweigen, oder er würde seine kriminellen Verbindungen zu
der Unterwelt in Chicago spielen lassen. Jetzt war Donald Voorhees froh, endlich mit jemanden, der zudem auch betroffen war, darüber
gesprochen zu haben. Lynch und Voorhees beschlossen, dass es an der Zeit war, alles ihren Eltern zu erzählen.
Am 11.März
 Familie Donald Voorhees sen. 1968 erschienen Edward
Lynch und Donald Voorhees mit ihren Vätern auf der Polizeiwache in Waterloo. Nach ihren Aussagen setzte sich der juristische Apparat
langsam in Bewegung. Aber erst auf Druck von Voorhees Vater leitete Bezirksstaatsanwalt Roger Peterson am 8.April ein Ermittlungsverfahren
mit dem Verdacht des sexuellen Missbrauchs von Minderjährigen gegen John Wayne Gacy jr. ein. Am 2.Mai 1968 musste sich dieser gleich
zweier Lügendetektor-Tests unterziehen. Er bestritt vehement jegliche homosexuelle Aktivitäten. Der durchführende Lieutenant Kenneth
Vanous schrieb in der Auswertung, dass es "Anzeichen von Täuschung" gäbe und Gacy offensichtlich nicht die Wahrheit erzählt habe.
Bei der Polizei kursierte nun die Story, dass Gacy bei dem Lügendetektor-Test mit Mühe und Not seinen richtigen Namen genannt hatte,
ansonsten aber das Blaue vom Himmel gelogen habe. Aber es gab auch Polizisten, die im Gedanken an all die gegrillten Hähnchen, die ihnen
Gacy kostenlos lieferte, gewisse Sympathien für den honoren Mann hegten. Auch die Gemeinde von Waterloo war in zwei Lager gespalten: Für die
einen war John Gacy unschuldig, für die anderen gehörte der Mann hinter Gittern. Zwei Monate später unterzog sich Gacy einem dritten
Lügendetektor-Test. Auf die Frage bezüglich der homosexuellen Kontakte zu Voorhees, antwortete Gacy wohl mit "nein", doch wieder war sich die
Polizei sicher, dass Gacy gelogen hatte.
Überraschenderweise wurden in den folgenden Monaten keine weiteren
Ermittlungen durchgeführt. Gacy schien wohl mit einem blauen Auge - in Form von Missachtung seiner Person und der Familie durch einige
Mitbürger - davon gekommen zu sein. Doch dann brachte er sich selbst wieder in Schwierigkeiten. In der Nacht zum 31.August 1968 fuhr John Gacy wieder für
die Selbstschutz-Organisation Streife. Im Wagen saß auch sein 18-jähriger Angestellter Russell Schroeder (Schroeder wird in vielen Büchern und
auf Internetseiten unter dem Pseudonym Dwight Andersson aufgeführt. Anmerk. des Autors). Gegenüber Schroeder machte Gacy niemals sexuelle
Avancen, da dieser ein großgewachsener, starker Football- und Basketballspieler war. Aber auch Schroeder sollte für John Gacy von Nutzen sein.
Zunächst wollte Gacy ihm zeigen, was er für ein cooler Kerl war. Kurzerhand stieg Gacy, mit einem Brecheisen bewaffnet, an einer Holzhandlung
aus und hebelte die Eingangstür zum Büro auf. Dann forderte er den verdutzten Schroeder auf, den Getränkeautomaten aufzubrechen. Als Gacy
seinen jugendlichen Begleiter gegen 6 Uhr vor dessen Zuhause absetzte, kramte John Gacy ein Jahrbuch der High School vor. Er deutete auf das Foto
von Donald Voorhees und erklärte Schroeder, dass dieser Junge seit geraumer Zeit üble Gerüchte über ihn verbreite und Gacy krimineller
Handlungen bezichtigte. Russell Schroeder sollte Voorhees zusammenschlagen. Hierfür versprach ihm Gacy 300 Dollar. Schroeder war damit
einverstanden.
Einige Tage später passte er den ahnungslosen Donald Voorhees nach Schulschluss ab. Er stellte
sich als sein neuer "Big Brother" (ein soziales Schulprogramm, bei dem sich ältere Schüler um jüngere kümmern. Anmerk. des Autors) vor.
Russell Schroeder wollte mit Voorhees zu einem nahen Park am Stadtrand fahren, um dort ein paar Bier zu trinken. Das war wohl nicht im Sinne
des Schulprogramms, aber Voorhees war einverstanden. Im Park angekommen sprühte Schroeder Voorhees Reizgas, das ihm Gacy mitgegeben hatte,
ins Gesicht. Der Junge schrie und versuchte die Chemikalie aus den Augen zu reiben. Dabei fiel er in einem naheliegenden Fluss. Das Wasser half,
und Donald konnte wieder einigermaßen sehen. Er kletterte aus dem Wasser und fragte Schroeder, warum er das getan habe. Diesem fiel nichts
Besseres ein, als das er Voorhees des Diebstahls von Autoreifen bezichtigte. Nachdem Voorhees den Vorwurf bestritt, bot Schroeder dem
verängstigten Jungen an, ihn nach Hause zu fahren. Als der Jugendliche in Reichweite des 18-Jährigen war, sprühte Schroeder ihm erneut Reizgas
ins Gesicht und schlug mit einem Ast auf Donald Voorhees ein. Dieser flüchtete in ein Kornfeld und konnte sich dort vor seinem Peiniger
verstecken.
Russell Schroeder fuhr daraufhin direkt zu Gacys Haus. Aber der KFC-Filialleiter war nicht von
Schroeder auftauchen begeistert, wollte von den Geschehnissen im Park nichts hören und schickte seinen Angestellten sofort wieder weg.
Am folgenden Morgen erstattete Donald Voorhees sen. bei der Polizei eine Anzeige gegen Russell Schroeder wegen
 John Wayne Gacy (Erstes Polizeifoto) gefährlicher Körperverletzung. Zunächst
erzählte dieser den verhörenden Polizisten die Story, dass ein Mann namens "Jim" ihn 10 Dollar gegeben habe. Er sollte dafür den jungen
Voorhees zusammenschlagen. Kaum hatte Russell Schroeder das Polizeirevier verlassen, da passte ihn John Gacy ab. Er wollte von Schroeder wissen,
was dieser der Polizei erzählt hatte. Zudem wollte Gacy ihm einen guten Rechtsbeistand besorgen - aber nur, wenn Schroeder ihn aus der ganzen Sache heraushielt.
Einige Tage und Verhöre später hatten die Beamten der Kriminalpolizei den Druck auf Schroeder erhöht, so dass dieser schließlich alles ausplauderte.
John Wayne Gacy wurde sofort verhaftet. Während der Vorverhandlung wurde er am 12.September 1968 für einen 17-tägigen Aufenthalt - zur Untersuchung seines
Geisteszustands - in das psychiatrische Universitätskrankenhaus in Iowa eingeliefert. Dort gab sich Gacy als Musterpatient, musste aber jeden
ständig erzählen, dass er privatversichert, und damit etwas "Besonderes" sei. Erst der Anruf seiner Frau Marilyn, die ihm mitteilte, dass sie
sich von ihm scheiden lassen würde, brachte John Gacy auf den Boden der Tatsachen zurück. Vergeblich versuchte er seine Frau davon zu überzeugen,
dass alle - auch seine Schwiegereltern - nur Lügen verbreiteten, um ihn zu schaden.
 Richter P. Van MetreDer Gutachter Dr. Eugene F.Gauron
beschrieb Gacy als einen intelligenten Mann mit einem IQ von 118, der seine Mitmenschen für die eigenen Zwecke manipulierte und trotz schwerster
Vorwürfe grundsätzlich seine Weste reinwusch. Während der Hauptverhandlung wurde die Lage für den Angeklagten zunehmend kritischer, doch John
Gacy wollte die Flinte nicht so einfach ins Korn werfen. Nun behauptete er, dass der 15-jährigen Donald Voorhees ein stadtbekannter Stricher sei,
und er nur versucht habe, den Jungen wieder auf den "rechten" Weg zu bringen. Doch damit ritt sich Gacy, der hoffte, mit einer Bewährungsstrafe davon
zu kommen, nur noch tiefer rein. Am 3.Dezember verurteilte der Bezirksrichter Peter Van Metre den überführten Päderasten John Wayne Gacy zu einer
10-jährigen Haftstrafe. Der Häftling wurde daraufhin in das "Men's Reformatory"-Bundesgefängnis in Anamosa/Iowa eingeliefert.
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