John Wayne Gacy jr.
- Der Clown mit den zwei Gesichtern -
Schon seit Monaten teilten sich John und seine Frau Carol nicht mehr das Bett.
Pogo, der Clown
Und das lag nicht nur an der Tatsache, dass er mit seiner Firma zu beschäftigt war.
Gacy stellte nur junge Männer als Hilfskräfte ein. Diese brachten teilweise auch noch ihre Freunde mit. Der Unternehmer hatte nicht nur dadurch den Vorteil, Lohnkosten niedrig zu halten, er konnte sich nun ständig mit den Objekten seiner Begierde umgeben.
In der Ehe herrschte allerdings längst Eiszeit. Gacy war dazu übergegangen, zum Teil wochenlang nicht mehr mit seiner Frau zu sprechen. Das war nun auch Carol Gacy zu viel - sie verließ am 2.Februar 1975 mit ihren Töchtern das Haus und reichte wegen "seelischer Grausamkeit" und Gacys Vorliebe für junge Männer die Scheidung ein.
Da er nun ohne Rücksicht auf jemanden seine - ohnehin schon knapp bemessene - Freizeit einteilen konnte, wurde Gacy, neben seiner Arbeit bei den "Jaycees", auch noch Mitglied in der Demokratischen Partei. Dann nähte er sich ein Clownskostüm und trat dem "Jolly Joker Club" bei, dessen Mitglieder Kinder auf Feiern und in Krankenhäusern unterhielten. John Gacy nannte sich "Pogo" oder "Patches" und liebte es, die Kinderstationen der Krankenhäuser zu besuchen, dort die kleinen Patienten aufzumuntern und bei Wohltätigkeitsveranstaltungen Spenden zu sammeln.
Gacys Aktivitäten blieben auch dem Vorsitzenden der örtlichen Demokraten, Robert F. Matwick, nicht verborgen. Als John Gacy mit einigen Helfern auch noch kostenlos die Zentrale der Partei renovierte, beförderte Matwick ihn zum Sekretär des Schatzmeisters. Ein Jahr später wurde Gacy bereits zum Bezirksleiter der Demokraten in Norwood Park gewählt. Für den berechnenden Unternehmer sollte diese Stelle aber nur das Sprungbrett für eine Karriere als Politiker werden.
( Weitere John Gacy-Clownfotos siehe  hier )

Die Familie Antonucci lernte den freundlichen Unternehmer John Gacy im Mai 1975 in der Kirche kennen. Er bot ihren Sohn Anthony einen Teilzeitjob in seiner Firma an.
Anfang Juli kam Gacy in die Räumlichkeiten der Demokraten, in denen der 16-Jährige für "PDM Contractor Inc." Renovierungsarbeiten verrichtete. Gacy bot dem Jungen Whisky und Oralsex an. Antonucci dachte zunächst, sein Chef würde Spaß machen. Aber John Gacy meint es ernst. Er rempelte Anthony mehrfach an und wollte schon Schläge austeilen. Der kräftige Junge griff sich einen Bürostuhl und drohte Gacy, falls er nicht aufhören würde, ihn den Stuhl über den Kopf zu schlagen.
Daraufhin verließ der Unternehmer sofort die Räumlichkeiten.
Einige Wochen später fuhren Antonuccis Eltern in den Urlaub. Ausgerechnet John Gacy sollte ein wenig auf den Jungen aufpassen. Eines Abends kam er mit einer Flasche Wein und Pornofilmen bei den Antonuccis vorbei.
Wieder griff Gacy den Jungen an. Doch dieser war im High School-Wrestlingteam und dem dicken Mann körperlich überlegen. Doch zunächst konnte John Gacy seinem potenziellen Opfer Handschellen anlegen. Er drehte Antonucci auf den Bauch und zog ihn Hose und Unterhose herunter.
Als der Unternehmer in die Küche ging, konnte sich Anthony befreien. Eine Handschelle hatte Gacy nicht einrasten lassen. Sofort attackierte der junge Mann den überraschten Gacy, drückte den Hilflosen das Knie ins Genick und fesselte John Gacy mit dessen Handschellen. Nach 10 Minuten ließ Anthony Gacy wieder frei. Der erschöpfte Gacy meinte zu ihm: "Mann, du bist bisher der Einzige, der sich je befreien konnte."
Für Anthony Antonucci war der Fall damit erledigt. Er hatte keinerlei Furcht vor Gacy und arbeitete sogar noch weitere neun Monate für ihn.

In den Abendstunden des 29.Juli 1975 klopfte
John Butkovich
John Butkovich an Gacys Haustür. Er arbeitete seit einem Jahr als Zimmermann für ihn und wollte nun den Lohn für zwei Wochen Arbeit, die ihm sein Chef bislang verweigert hatte, abholen. Zur Verstärkung hatte der 17-Jährige zwei Freunde mitgebracht. Aber John Gacy, der seinen Angestellten gerne mal weniger Lohn auszahlte als ihnen zustand, blieb davon unbeeindruckt und behauptet, Butkovich hätte Holz für die Renovierung seiner Wohnung mitgenommen, und müsse deswegen zwei Wochen umsonst arbeiten.
Das engagierte Auftreten Gacys war erfolgreich und die drei jungen Männer zogen mit leeren Händen davon. John Butkovich brachte seine Freunde nach Hause. Das war das letzte Mal, dass er lebend gesehen wurde.
Zwei Tage später fuhr John Gacy, auf der Suche nach den Objekten seiner Begierde, durch Chicago. Vor einer Bar entdeckte er den am Boden liegenden Butkovich, der nach einer Schlägerei aus einigen Wunden blutete. Gacy half ihm auf und fuhr mit den Jungen zu sich nach Hause. Dort versorgte er dessen Wunden.
Butkovich erzählte ihm, dass er kündigen und nach Puerto Rico ziehen wolle.
Für John Gacy war diese Aussage wie 6 Richtige in Lotto. Er wohnte seit 5 Monaten alleine in seinem Haus und musste auf niemanden Rücksicht nehmen. Konnte endlich seine sadistischen Sexspiele ausleben, von denen er schon lange träumte. Und nun saß hier ein junger Mann vor ihm, den so schnell niemand vermissen würde, da er ja wegziehen wollte.

Doch als sich John Butkovich ein wenig erholt hatte, schlug er auf Gacy ein und forderte das ausstehende Geld. Der Unternehmer konnte ihn beruhigen und wollte seinem Angestellten erst einmal den Trick mit den "Magischen Handschellen" zeigen. Schnell legte er dem Jungen die Handschellen an und lehnte sich grinsend zurück. Dann holte Gacy den Handschellenschlüssel aus der Brusttasche seines Hemds und sagte lachend: "Der Trick ist: Man muss den Schlüssel haben!"
John Butkovich drohte, wenn er frei käme, würde er Gacy töten. Doch wieder grinste dieser nur und holte sein Sexspielzeug. Dann band er Butkovich die Beine zusammen, entkleidete den jungen Mann und stopfte ihm die Unterhose in den Mund. Anschließend vergewaltigte und folterte er sein Opfer. John Gacy legte von hinten eine Schlinge um den Hals des Jugendlichen und zog diese mittels eines Stocks langsam zu.
Er nannte dies den "Seil-Trick".
(Durch die Drehbewegung des Stocks wird die Schlinge zugezogen, die Luftröhre zusammengepresst und das Opfer erstickt langsam und qualvoll. Diese Art Handhabung ist die simple Version eines Folter- und Tötungsinstruments, und wird als "Garotte" (eigentlich ein Holzpfahl mit Würgevorrichtung) bezeichnet. Anmerk. des Autors).

John Gacy nahm seinem Opfer die Handschellen ab
John Gacy - Mitte der 70er Jahre
und schleppte die Leiche John Butkovichs in die Garage, wo er bereits vor Tagen ein Erdloch geschaufelt hatte, und vergrub ihn dort.
An seiner Politikerkarriere arbeitete John Wayne Gacy ebenso hart, wie für sein Unternehmen. Die Bürger seines Viertels konnten jederzeit mit Problemen wie fehlende Mülltonnen, verdreckte Grünanlagen etc. zu den beliebten und beleibten Bezirksleiter der Demokraten gehen - er kümmerte sich um deren Sorgen.
Am 2.März 1976 wurde die Ehe von John Wayne Gacy und seiner Frau Carol, nach dreieinhalb Jahren, geschieden. Doch ihn plagten ganz andere Probleme.
Seine Ex-Frau Carol erzählte später, dass es im Haus nicht nur nach Verwesung gerochen habe, sondern auch reichlich Ungeziefer herumgekrochen sei. Besonders im Flur und dem Badezimmer krabbelten Käfer, Mücken und Asseln zum Teil aus den Wasserabläufen des Spülbeckens und der Badewanne hervor. Immer wieder hatte sie Gacy aufgefordert, etwas dagegen zu unternehmen. Doch der rief weder den Kammerjäger noch stellte er, wie versprochen, Mäusefallen auf. Das wunderte Carol, da John sonst immer vorhandene Probleme sofort löste und nie vor sich herschob. Aber sie konnte zu dem Zeitpunkt ja nicht ahnen, was wirklich unter dem Haus vergraben war.

Am 6.April 1976 verschwand Darren Samson.
Samuel Stapelton
Seine Mutter Delores meldete einige Tage später ihren Sohn bei der Polizei als vermisst. Man beruhigt sie mit dem Argument, dass der 18-Jährige wahrscheinlich nur fortgelaufen sei und bestimmt bald wieder gesund auftauchen würde. Doch Darren Samson blieb verschwunden.
Einige Wochen später, am 14.Mai, beging Gacy gleich zwei Morde. Zunächst tötete er den 14-jährigen Samuel Todd Stapelton, der auf den Weg zum Haus seiner Schwester war. Stunden später verschwand der 15-jährige Randall Reffett.
John Gacy, immer auf der Suche nach Jungen, hielt sich nun des Öfteren am Bunghouse Square in Chicago, dem stadtbekannten Strichergebiet, auf.
Aufgrund seines Übergewichts musste er seine Taktik ändern. Der 34-Jährige arbeitete immer noch mit den "Magischen Handschellen"-Trick, hatte aber Probleme, seine wehrhaften Opfer unter Kontrolle zu bringen. Dem Unternehmer fehlte die Beweglichkeit und Kondition, und so betäubte er die Jugendlichen mit einem chloroformgetränkten Lappen. Allerdings nur in geringer Konzentration, damit seine Opfer nicht zu lange ohne Bewusstsein blieben. Einen weiteren Kick brachte Gacy das Vorlesen von Bibelzitate, während er seine Opfer mit der "Garotte" folterte und schließlich erdrosselte.

Langsam machten die ersten Gerüchte in Norwood Park die Runde, das der erfolgreiche
William Carroll
Geschäftsmann sich in Stricher- und Ausreißerkreisen bewegte und zu jeder Tages- und Nachtzeit junge Männer bei ihm ein- und ausgingen. Doch Gacy störte dies nicht, oder er hatte oder wollte nichts hören. Weiterhin veranstaltete er große Grillpartys, organisierte Straßenfeste und sammelte als Clown Spenden für kranke Kinder.
Am 3.Juni 1976 verabschiedete sich der 17-jährige Michael Bonnin von seiner Mutter. Auf die Frage, wo er hin wolle, antwortete er gut gelaunt, er wolle sich mit Malerarbeiten ein paar Dollars verdienen. Sie sollte ihren Sohn nie wieder sehen. Nachforschungen über den Verbleib des Jungen verliefen im Sande, da niemand wusste, wo Bonin sein Taschengeld an dem Tag seines Verschwindens aufbessern wollte.
Nur eine Woche später suchte John Gacy im Strichermillieu sein nächstes Opfer. Nach längerer Verhandlung - Gacy war sehr geizig und feilschte um jeden Cent - einigte er sich mit William Carroll auf einen Preis. "Billy" stieg zu seinem Freier ins Auto, das mit dem schwenkbaren Suchscheinwerfer auf der Fahrerseite wie ein ziviler Polizeiwagen aussah, und fuhr in den Tod. Der 16-jährige Junge aus einer Problemfamilie, der bereits mit 9 Jahren polizeilich auffällig geworden war - er lief mit einer geladenen Pistole durch Chicago -, wurde von seinem Mörder ebenfalls im Kriechboden vergraben.

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