 Kevin DiGregoryDer clevere Staatsanwalt Kevin DiGregory
und seine ehrgeizige Assistentin Beth Sreenan wollten Dieter Riechmann um jeden Preis des Mordes überführen. Dazu halfen Ermittlungsergebnisse aus Deutschland.
Dieter Riechmann hatte einige Jugendstrafen und führte einen aufwendigen Lebensstil. Er weigerte sich hartnäckig zu erklären, wie er
diesen finanzierte. Auf die Frage, wie er sein Geld verdiene, antwortete er lapidar: "Das geht niemanden etwas an oder hast du einen
Job für mich ?" [sic!]. Außerdem stellte sich heraus, dass Kerstin Kischnik als Prostituierte gearbeitet hatte und nebenbei auch noch
einige Lebensversicherungen existierten. Die Staatsanwaltschaft folgerte daraus, dass Riechmann ihr Zuhälter gewesen war und auf ihre Kosten
in Luxus gelebt hatte. Nur beweisen konnten sie es nicht.
Doch reichten Kevin DiGregory und Beth Sreenan alle Indizien, die
 Beth Sreenan Blutspuren im Leihwagen, die Schmauchspuren und der Besitz
der drei Waffen als Beweise aus, um am 13.Juli 1988 den Prozess gegen Dieter Riechmann zu eröffnen. Einen klaren Beweis, das
Riechmann seine Freundin erschossen hatte, fehlte dem Staatsanwalt allerdings. Während des Prozesses merkte DiGregory schnell, dass Riechmann hundertprozentig von
einem Freispruch überzeugt war. Im Kreuzverhör verhielt sich Dieter Riechmann herausfordernd und überheblich. Der erfahrene Staatsanwalt nutzte das aus und reizte ihn.
Riechmann reagierte darauf immer wieder mit Wutausbrüchen. So wollte DiGregory ihn vor den Geschworenen als mordendes Ungeheuer darstellen.
 Die GeschworenenDann folgte der Auftritt der Assistentin Beth Sreenan. Hoch emotional legte sie den Geschworenen
ans Herz, dass Dieter Riechmann mehr als 13 Jahre lang seine Freundin finanziell ausnutzte. Als sie dann körperlich und seelisch nicht mehr in der Lage war, als Prostituierte zu
arbeiten, wollte er sie beseitigen, um an das Geld der Lebensversicherungen zu kommen. Einige Kriminalbücher (u.a. "Kaltblütig" von Truman Capote), aus Dieter Riechmanns Besitz
sollten ein Indiz dafür sein, wie eiskalt er seine Tat geplant hatte! Außerdem wurden aus Deutschland nur diejenigen Zeugen eingeflogen, die ihn mit ihren Aussagen belasteten.
 Walter SmykowskiDie Trumpfkarte der Staatsanwaltschaft war der Hauptbelastungszeuge
Walter Smykowski. Der mehrfach vorbestrafte Betrüger war einige Wochen der Zellennachbar Riechmanns gewesen. Er erzählte vor Gericht, dass Riechmann in der Zelle Freudentänze aufgeführt und sich
über die angeblichen $ 1,7 Millionen aus den Lebensversicherungen gefreut habe. Nach kurzer Besprechung befanden die Geschworenen Dieter Riechmann für schuldig. Interessanterweise
sagte Beth Sreenan später in einem Interview, dass Staatsanwalt DiGregory und sie mit einem Freispruch gerechnet hatten und beide nach der Urteilsverkündung vor Glück weinten.
 Richter SolomonAm 4.November 1988 verurteilte Richter Harold Solomon Dieter Riechmann wegendes
vorsätzlichen Mordes an seiner Freundin Kerstin Kischnik zum Tod auf dem elektrischen Stuhl. Dieter Riechmann, Häftling #113993, wurde in den Todestrakt in Starke/Florida verlegt. Der kleine
Ort hat regelrecht eine Tradition im Vollstrecken von Todesurteilen. Seit 1914 fanden über 600 Hinrichtungen statt und ca. 370 Verurteilte warten dort, zum Teil jahrelang, auf die Vollstreckung.
In den folgenden 7 Jahre geschah zunächst nichts. Erst 1995 beauftragte Riechmanns Verteidiger den Privatdetektiv Frank Clay mit der Suche nach dem wahren Mörder.
Er
 Foto auf den Flyernverteilte in Miami Beach 500 Flyer (deut.: Handzettel), auf denen nach Zeugen und Hinweisen
bezüglich des Mordes an Kirsten Kischnik gesucht wurde, und dass es für entscheidende Informationen, die zum Mörder führten, eine Belohnung
von $ 15 000 augelobt worden sei. Tatsächlich meldete sich daraufhin ein Afroamerikaner namens Hilton Williams, auch "Pookee" genannt. Er erzählte dem Privatdetektiv, dass er in der fraglichen Mordnacht wie
immer mit seinem Freund Marc Dugan auf dem Biscayne Boulevard in Miami Beach rumlungerte und Drogen verkauft habe. Der Wagen mit Dieter Riechmann und Kerstin Kischnik
sei neben ihnen angehalten und Riechmann habe sie etwas gefragt. Doch weder Pookie noch Dugan verstand ihn.
|