Werner Pinzner
- Der große Abgang -
Dieses Mal hatte Werner Pinzner zunächst Probleme, nah genug an Dieter Traub zu kommen.
Dieter Traub
Dieser ließ sich kaum noch auf dem Kiez blicken. Unklar ist, ob "Lackschuh" einen Verdacht hegte oder ob er sich schlichtweg wegen seiner Paranoia kaum noch auf die Straße traute.
Der "Wiener Peter" Nusser wurde langsam ungeduldig und drängte Werner Pinzner auf eine schnelle Ausführung des Hits.
Am 10.November 1984 reiste Traub notgedrungen nach München, um eine Prostituierte, die dort für ihn anschaffte, zu kontrollieren. "Mucki" Pinzner machte sich auf den Weg in Richtung München. Als Verstärkung nahm er den gerade aus der Haft entlassenen "Siggi" Träger mit. Unterwegs machten sie in Heilbronn Halt und übernachteten beim "Häuptling von Heilbronn" Hans Söhner, der dort die Szene kontrollierte.
Hier besorgten sich Pinzner und Träger auch ein Alibi für die Zeit der bevorstehenden Tat.
Am nächsten Tag fuhren sie nach Fürth und mieteten dort einen Leihwagen.

In München angekommen, rief Werner Pinzner Dieter Traub in der Wohnung der Prostituierten an. Er bot "Lackschuh", genau wie vorher Pfeilmaier, eine Beteiligung an einem lukrativen Kokaindeal an. Auch Traub stimmte sofort zu.
Am 13.November fuhren Pinzner und Träger gegen 22 Uhr zu der Wohnung der Prostituierten und wollten Traub abholen. Zunächst beabsichtigte Werner Pinzner Dieter Traub direkt in der Wohnung töten, doch da er damit rechnen musste, dass die Prostituierte jeder Zeit nach Hause kommen konnte, verwarf er das Vorhaben. Außerdem hätte die anderen Mieter wahrscheinlich das Schussgeräusch gehört.
Dann machten sich die drei auf den Weg zu dem Ort des fiktiven Kokaindeals. "Siggi" Träger fuhr den Leihwagen, "Lackschuh" saß auf dem Beifahrersitz und Pinzner hatte auf der Rückbank Platz genommen. Zunächst fuhren sie Richtung Ottobrunn, doch Träger konnte die auserkorene Stelle, den Riemerlinger Forst, in der Dunkelheit nicht entdeckten. Nach längerer Suche fanden sie dann doch die Stelle wieder.
Wer dem ortsunkundigen Pinzner allerdings den Tipp mit dem ruhigen Plätzchen gegeben hatte, ist ebenfalls unklar.

Dann täuschte "Siggi" Träger eine Autopanne vor und würgte den Motor ab.
Auffindesituation (Tatort)
In dem Moment, als alle drei ausstiegen, schoss Werner Pinzner Dieter Traub von hinten in den Kopf. "Lackschuh" versuchte noch, sich an der Beifahrertür festzuhalten, sank dann aber langsam zu Boden. Pinzner schoss ihm daraufhin mit aufgesetztem Revolver ein zweites Mal in den Kopf. Wer von beiden Dieter Traub allerdings mit Fußtritten misshandelte, ist ebenfalls unklar.
Noch in der Nacht brachten Träger und Pinzner den Leihwagen, nachdem sie ihn gereinigt hatten, nach Fürth zurück.
Mit dem vorher abgesprochenen Kennsatz: "Der schwarze Wagen steht in der Werkstatt." meldete Werner Pinzner telefonisch an Armin Hockauf den erfolgreichen Vollzug des Auftrags.

Nusser war mit Pinzner sehr zufrieden.
Ehepaar Pinzner auf Ibiza
Er lud ihn samt seiner zweiten Frau Jutta und der Tochter aus erster Ehe nach Ibiza ein und gab Pinzner den Schlüssel für eine Segelyacht, die bis dato Dieter Traub gehört hatte. Das wusste aber "Mucki" nicht.
Die Leiche Dieter Traubs wurde am folgenden Morgen von zwei amerikanischen Joggern gefunden. Bei der Obduktion stellte man fest, dass der erste Schuss nicht tödlich war.
Erst der zweite Schuss, der das Kleinhirn durchschlug und am Hinterkopf ein Stück Schädelknochen heraussprengte, beendete "Lackschuhs" Leben.
Anfang 1985 kam es auf den Kiez immer öfters zu Auseinandersetzungen zwischen der NUTELLA-Bande und Mitgliedern der GMBH. Die Drohungen und Beschimpfungen wurden zunehmend schärfer.
Vor Ostern fanden mehrere Krisensitzungen der GMBH statt. Es musste etwas geschehen, sonst würde der Einfluss der NUTELLA-Jungluden auf dem Kiez Überhand nehmen.

Schließlich einigte man sich darauf, dass Werner Pinzner in einem "Package Deal" (Pauschalauftrag) den aus Nürnberg stammenden Waldemar "Neger Waldi" Dammer, den gefürchteten Schläger Stefan Hentschel und Guido Birke
Waldemar Dammer
für insgesamt 60 000 DM töten sollte.
Wieder war es der "Wiener Peter" Nusser, der mit Armin Hockauf und "Mucki" Pinzner im Hammer Deich und im Palais d'Amour die Einzelheiten für den Auftrag besprach. "Mucki" sollte am Ostermontag mit "Siggi" Träger zu dem Bungalow von Waldemar Dammer fahren und dort die anwesenden Dammer, Hentschel und Birke liquidieren.
Nusser war sich sicher, dass der "Neger Waldi" seine Partner zu einer Besprechung einladen würde, da er in den kommenden Tagen geschäftlich in die USA reisen wollte.
Waldemar Dammer war erst vor einigen Wochen nach einer 3-jährigen Haftstrafe wegen Zuhälterei und Körperverletzung entlassen worden, und hatte dann im Hamburger Kiez das Bordell "Hollywood" übernommen und besaß Anteile an 2 weiteren Etablissements. Außerdem war er auch noch in den Rauschgifthandel eingestiegen und verfügte über gute Verbindungen in die USA.
Schon nach kurzer Zeit zählte Dammer in der Hamburger Rotlichtszene zu den Großen.

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