Mit den im Wagen verbliebenen Leichen wurde der von 167 Kugeln zerschossene Ford nach Arcadia/Louisiana geschleppt, wo sich das
Ereignis Die Schaulustigen warten bereits herumgesprochen hatte. Dort erwartete
eine stetig wachsende Menschenmenge die eintreffenden Polizisten mit ihrer Beute. Einige Männer trugen die blutüberströmten Leichen von Bonnie und Clyde in das Hinterzimmer des
Möbelhauses "Conger's Furniture Store", dass zum Herrichten von Toten genutzt wurde. Die Mitglieder des polizeilichen Sonderkommandos gaben den neugierigen Zeitungsreportern erste
Interviews. So sagte Frank Hamer, er hasse es, auf Frauen zu schießen, aber wenn es nicht sie erwischt hätte, "wären wir jetzt nicht hier" [sic!]. Deputy Prentiss Oakley hingegen
erzählte freimütig, dass er direkt auf Clydes Kopf gezielt habe. Im Ford, der später unter den Namen "Warren-Auto" (Die letzten rechtmäßigen Besitzer hießen Warren) bekannt wurde, befanden sich
neben einem Saxophon, eine Fotokamera, 3 Browning-Schnellfeuergewehre Kaliber.30, 2 abgesägte Pumpguns, 9 Pistolen, 1 Revolver, 3000 Schuss Munition und zahlreiche
gestohlene Nummernschilder aus acht Bundesstaaten. Starke Polizeikräfte der Highway Police mussten schließlich das Auto absichern, um eine Plünderung durch die Schaulustigen, die
"Souvenirs" mitnehmen wollten, zu verhindern. ( Die Fotos des letzten entwickelten Films siehe
hier ) ( Weitere Fotos und Infos siehe
hier )
Clyde und Bonnies Körper wurden schnell nach
Dallas überführt. Dort fand am 25.Mai 1934 auf dem Western Heights Friedhof in West Dallas die Beerdigung von Clyde Barrow statt. Aus reiner Neugier wollten tausende von Menschen
einen Blick auf den Sarg werfen. Wenige Stunden nach der Beisetzung wurde Clydes Grab ein Opfer der Souvenirjäger. Alle Kränze und Blumen waren verschwunden. Sein Wunsch, Bonnie neben
ihn im Grab zu bestatten, wurde Clyde nicht erfüllt. Bonnies Mutter sprach sich dagegen aus, und ließ ihre Tochter zwei Tage später auf den Dallas Fishtrap Cemetery beerdigen.
In den folgenden Wochen versuchte Clydes Mutter Cummie an die beschlagnahmten Waffen ihres Sohnes zu gelangen, doch ihre Bitte um deren Aushändigung, wurde von der Staatsanwaltschaft abgelehnt.
Roy Thornton, der offizielle Ehemann von Bonnie Parker, saß zu der Zeit in der berüchtigten Eastham Prison Farm in Huntsville ein. Auf die Frage, was er zum Tod seiner Frau,
die er seit 1931 nicht mehr gesehen hatte, zu sagen hätte, antwortete der wegen Bankraubes Einsitzende dem Reporter:" Ich bin froh, dass es so geendet ist. Besser auf diese
Art, als wenn sie festgenommen worden wären." Der 25-jährige Thornton und ein weiterer Häftling wurden am 3.Oktober 1937 bei einem Gefängnisausbruch erschossen.
Raymond Hamilton beging nach der endgültigen Trennung von der Barrow-Gang mit seinem Bruder Floyd am 19.März 1934 einen Banküberfall. Anschließend
zog er mit seiner Freundin Mary O'Dare nach New Orleans/Louisiana in ein Hotel und genoss dort, unter falschem Namen, das neue Leben. Am späten Nachmittag des 24.Februar
1935 hatten sich Raymond Hamilton und  Constable Record neben dem zerschossenen Fluchtwagen
Ralph Smith Fults mit einigen Schmugglern in der Nähe von Fults Heimatstadt Anna/Texas verabredet. Sie wollten einige Waffen kaufen. Als Hamilton bei einsetzenden Eisregen
am verabredeten Treffpunkt niemanden antraf, wurde er zusehends misstrauisch und schlug Fults vor, schleunigst von hier zu verschwinden. Doch da war es schon zu spät! Aus einem
trockengelegten Wassergraben feuerten ein Dutzend Polizisten auf den grauen gestohlenen Ford V8. Hamilton und Fults schossen durch die zerschossenen Scheiben des Automobils
 R. Hamilton im Todestrakt zurück. Nach einigen Minuten gelang es Faults den Motor zu
starten und zu entkommen. Niemand wurde bei der unglücklichen Aktion des leitenden 1.Constable Johnny Record von der Polizei aus McKinney/Texas verletzt. Später entdeckte
er ganz in der Nähe den zerschossenen Wagen der Gangster (siehe linkes Foto). Als das Geld knapp wurde, überfiel Hamilton mit seinem Komplizen T.R.Brooks am 25.April die First National
Bank in Lewisville/Texas. Dabei konnten beide von schnell herbeigerufenen Polizisten überwältigt werden. Zusammen mit dem inzwischen verhafteten Joe Palmer wurde Raymond
Hamilton wegen des Mordes an Major Crowson, bei dem Gefängnisausbruch im Januar 1934, zum Tode verurteilt. Beide starben in den Abendstunden des 10.Mai 1935 in Huntsville auf
dem elektrischen Stuhl. Während sich Hamilton mit Armen und Beinen wehrte, ergab sich sein Freund Joe Palmer als erster seinem Schicksal. 1935 wurden alle
Freunde und Familienangehörigen von Bonnie und Clyde, die die Barrow-Gang auf irgendeine Art und Weise unterstützt hatten, in Dallas vor Gericht gestellt. Die Strafen beliefen sich
zwischen einem Tag und 30 Tagen Haft. Außer Hamiltons Bruder Floyd, der für den Banküberfall zwei Jahre ins Gefängnis musste.
Ruth Warren,
 Plakat der Wanderausstellung (ca. 1968)die Besitzerin des Fords, reiste nach Arcadia,
um das Automobil abzuholen. Doch zu ihrer Überraschung verlangte Sheriff Henderson Jordan 15 000 Dollar. Sie verklagte ihn, zog vor Gericht und gewann. Unter Androhung des
Richters, dass Sheriff Jordan eine Haftstrafe erhalten würde, musste dieser zähneknirschend den Wagen aushändigen. Miss Warren verkaufte später den Ford Sedan für 3500 Dollar an
den Aussteller Charles Stanley. Von 1940 bis 1952 stand das "Warren-Auto" in einem Vergnügungspark in Cincinnati/Ohio und verschwand dann in einem Lagerhaus. Erst als
1967 der Film "Bonnie & Clyde" gedreht wurde, erinnerte sich der damalige Besitzer Ted Toddy an den Wagen, für den er einst 14.500 Dollar gezahlt hatte.
Nun ging der Wagen auf eine Wanderausstellung und wurde 1973 für 125.000 Dollar versteigert. Seit 1988 steht das "Warren-Auto" in der Lobby des Hotelcasinos " Whiskey Pete's"
in Primm/Nevada. Die heutigen Besitzer zahlten damals die stolze Summe von 250.000 Dollar. Dort kann man auch Clyde Barrows durchlöchertes, mit Blutanhaftungen
beschmiertes Hemd, das für 85 000 Dollar den Besitzer wechselte, sowie weitere Utensilien besichtigen.
Frank Hamer erhielt 1934 tausende von
Gratulations- und Dankesbriefe, und wurde sogar von dem Amerikanischen Kongress ausgezeichnet. Er verstarb 1955. Das ehemalige Bandenmitglieder Henry Methvin kam nicht - wegen des Kuhhandels
 W.D.Jones (1973)zwischen seinem Vater und der Polizei - in Texas vor Gericht. Aber
Oklahoma klagte Methvin wegen Mordes an den Constable Cal Campbell an und verhängte die Todesstrafe. 1936 wurde das Urteil in eine lebenslange Haftstrafe umgewandelt. Henry Methvin
konnte nach 10 Jahren das Gefängnis auf Bewährung verlassen. Doch er sollte nie mit dem "ehrlichen Leben" zurecht kommen. Zunächst eröffnete Methvin, der aus Angst vor
Racheakten immer bewaffnet war, in Minden/Louisiana ein Restaurant, das schon bald pleiteging. Danach arbeitete er in einer Munitionsfabrik. Im April 1949 schlief
er angetrunken auf Eisenbahnschienen ein und wurde von einem herannahenden Ralph Smith Fults (1992)
Zug getötet. Sein Vater Iverson Methvin starb bereits 1946 bei einem Autounfall. W.D.Jones zog nach seiner Haftentlassung nach Houston/Texas, wo er als Lastwagenfahrer
in einer Baufirma arbeitete. Später wurde W.D. drogensüchtig. Nach einer Kneipentour besuchte der stark alkoholisierte Ex-Gangster in den frühen Morgenstunden des 20.August 1974
mit einer Saufkumpanin einen Arbeitskollegen. Dieser forderte das Pärchen mehrfach auf, seine Wohnung zu verlassen und holte, als beide nicht gehen wollten, eine Pumpgun hervor
und erschoss W.D.Jones. Blanche Barrow saß sechs Jahre im Gefängnis und wurde im März 1939 auf Bewährung entlassen. Sie heiratete später wieder und starb am Heiligabend
1988 im Alter von 77 Jahren. Ralph Smith Fults wurde noch 1935 in Mississippi festgenommen und zu neun Jahren Haft verurteilt. Er kehrte anschließend nach Texas zurück,
wo er bis 1984 in einem Waisenhaus als Wachmann arbeitete. In seiner Freizeit versuchte Fults Kinder aus sozial schwachen Familien durch seine Erzählungen ("Vom Verbrecher
zum Mann Gottes") vor einer kriminellen Karriere zu bewahren. Ralph Smith Fults starb am 17.März 1993 im Alter von 82 Jahren in Dallas.
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