Raymond Hamilton und Frank Clause weckten den bereits schlafenden Besitzer der Tankstelle auf.
 Frank Albert Clause (Polizeifoto) John N.Bucher war, aufgrund der nächtlichen
Störung, recht ungehalten, aber Clause konnte den 60-Jährigen davon überzeugen, ihnen einige Gallonen Benzin zu verkaufen. Nachdem man getankt hatte,
bezahlen die  John N.Bucher Gangster mit einem 10 Dollar-Schein.
Da der kurzsichtige Bucher die Kasse über Nacht immer in den Safe einschloss, musste er diesen nun erst aufschließen. Doch seine Brille lag
auf dem Nachttisch. Er rief seine Frau Martha herbei, die den Safe schließlich öffnete. Während Clause sofort die überraschte Frau abdrängte, drückte der nervös
wirkende Raymond Hamilton John Bucher eine Pistole auf die Brust und forderte energisch den Inhalt des Safes. Als der Tankstellenbesitzer die Safetür mit
einem Ruck aufzog, löste sich offensichtlich aus Hamiltons Waffe ein Schuss, der Bucher ins Herz traf. Während der tödlich Getroffene zu Boden sang, flüchtete
seine schreiende Frau zum Hinterausgang. Die beiden Gangster gerieten in Panik, grabschten in den Safe und rannten dann zum Wagen, in dem Clyde Barrow
wartete. Mit gerade einmal 40 Dollar Beute und einigen Schmuckstücken verließ das Trio fluchtartig die Tankstelle. Martha Bucher konnte später in der
Dienststelle der zuständigen texanischen Landespolizei beim Durchschauen der Verbrecherkarteien Frank Clause und Clyde Barrow identifizieren, nicht
aber den Todesschützen. ( Fahndungsfoto und Zeitungsartikel siehe
hier )
Anfang Juni 1932 wurde Bonnie Parker aus
dem Gefängnis in Kaufman entlassen. (Warum sie im Gefängnis saß und wieder nach knapp 3 1/2 Monaten entlassen wurde, konnte nicht recherchiert werden.
Anmerk. des Autors). Clyde Barrow war sich seiner misslichen Lage bewusst, wollte aber diese Art kriminelles Leben auf ständiger Flucht bis zum bitteren Ende
fortführen. Nachdem die Wiedersehensfreude mit Bonnie Parker etwas abgeklungen war, stellte er nun seine Freundin vor die Wahl, ihn mit allen Konsequenzen
zu folgen oder auf der Stelle zu verlassen. Bonnie antwortet mit einem Lächeln und einer heftigen Umarmung. Sie versprach der "Liebe ihres Lebens"
bis zum "Ende der Straße" zu folgen. Daraufhin wurden weitere Überfälle auf Tankstellen verübt. Nach dem Raubüberfall auf ein Warenlager verschlug es Barrow,
Parker, Hamilton und dessen Kumpel Everett Milligan in die Kleinstadt Springtown in Oklahoma. Hamilton und Milligan, die sich beide auf dem Rücksitz des Wagens
rekelten, tranken aus einer großen Flasche Whisky. Als sie außerhalb der Ortschaft ein Volksfest erblickten, konnte Bonnie Parker kaum noch ihre Beine
stillhalten und wippte im Takt, der vom Fest erklingenden Musik, mit. Der angetrunkene Raymond Hamilton forderte Clyde auf anzuhalten, damit sie sich alle die
Beine vertreten konnten. Zudem hatte er die Absicht, mit einigen "netten Dingern" das Tanzbein zu schwingen. Barrow schaute sich nach Polizisten um.
Dann stimmte er Hamiltons Vorschlag zu, für eine halbe Stunde eine Pause einzulegen.
Als die Barrow-Gang die Tanzfläche betrat, erreichte der
patrollierende Sheriff C.G. Maxwell mit seinem Deputy Eugene Moore das Fest. Ihre dortige Hauptaufgabe war die Überwachung der Einhaltung des Prohibition-Gesetzes (Verbot des
Alkoholausschanks bzw. -konsums). Sofort fiel den beiden Sheriffs die Gruppe von 4 Leuten in Stadtkleidung auf. Besonders der kleinste Mann der Gruppe schien offensichtlich
angetrunken zu sein. Deputy Moore rief dem verdächtigen Raymond Hamilton zu, er möge sofort zu den beiden Gesetzeshütern herüberkommen.
 Festhalle in Springtown/Oklahoma und der Tatort (Roter Pfeil) (1997) Doch statt der Aufforderung nachzukommen,
zog Hamilton und Clyde Barrow ihre Waffen und feuerten sofort auf die Sheriffs. Moore brach mit einem Kopfschuss tödlich getroffen zusammen und Maxwell kippte
schwer verletzt, mit einem Bauchschuss vornüber. Während Bonnie, Clyde und Raymond Hamilton zum Fluchtwagen liefen, wurde der entsetzte Everett Milligan schlagartig nüchtern
und flüchtete in die entgegen gesetzte Richtung. Dort konnten ihn einige Männer bis zum Eintreffen der Polizei festhalten. Er verriet im Verhör die Namen der Mitglieder
der Barrow-Gang. Barrow entschied nach diesen Vorfall, dass sie besser sofort den Bundesstaat verlassen sollten.
Bonnie Parker hatte eine Tante, Nettie Stamps,
die auf einer Farm in Carlsbad/New Mexico lebte. Auf den Weg dorthin  Die Stamps Farm
stahl das Trio ein weiteres Automobil und tauschte wieder die Nummerschilder aus. Am 13.August fiel dem Deputy Sheriff John Johns außerhalb von
Carlsbad ein mit hoher Geschwindigkeit vorbeifahrender Wagen auf. Er notierte sich das Kennzeichen, verfolgte den Wagen aber nicht. Am darauf folgenden Tag erfuhr der Deputy Sheriff
auf Nachfrage bei der Highway-Polizei, dass die Nummerschilder vor einigen Tagen gestohlen wurden. Johns setzte sich in seinen Streifenwagen und suchte die
Gegend um Carlsbad ab. Am späten Nachmittag, als er im Gedanken schon beim sonntäglichen Kaffee-und-Kuchen war, entdeckte er auf der Farm von Nettie Stamps das verdächtige Automobil
mit den gesuchten Nummernschildern. Johns klopfte an die Haustür. Als diese sich öffnete, schaute er in den bläulich schimmernden Lauf einer Waffe, die ihn Clyde Barrow vor
die Nase hielt. Der Deputy Sheriff wurde von Raymond Hamilton entwaffnet, wobei sich ein Schuss aus Johns Dienstwaffe löste und die Kugel so nah an seinem Kopf vorbeischoss,
dass ihm sein Stetson (eine Art Cowboyhut. Anmerk. des Autor) vom Kopf gerissen wurde. Nachdem die Gang mit ihrer Geisel davongefahren war, alarmierte Nettie Stamps, die sich den Besuch ihrer
Nichte ganz anders vorgestellt hatte, das Sheriffsbüro in Carlsbad.
Zwei Tage später, als die Kollegen des vermissten Polizisten schon mit dem
Schlimmsten rechneten, meldet sich Deputy Johns aus San Antonio/Texas. Dort hatten ihn seine Kidnapper - nicht ohne vorher mit stolzgeschwellter Brust zu verkünden, von welchen
"Berühmtheiten" er denn entführt worden sei - unverletzt abgesetzt. Jetzt wurde auch die überregionale Presse auf die Barrow-Gang aufmerksam und Bonnie & Clyde landesweit bekannt.
Obwohl Clyde Barrow alle Straßensperren der Polizei umfuhr, konnte er nicht verhindern, dass es immer wieder zu gefährlichen Konfrontationen mit der Staatsmacht kam. Am
15.August entwendete das Trio in Victoria/Texas einen neuen Fluchtwagen. Dieser Diebstahl wurde von einem Ortssheriff beobachtet, der die Verfolgung
aufnahm. Die Barrow-Gang eröffnete das Feuer auf den Polizeiwagen, der das Feuer auf die Flüchtenden erwiderte. Im Nachbarort Wharton gelang es Clyde Barrow, durch riskante
Fahrmanöver zu entkommen.
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